Lokalsport: Vikings vor dem ersten Matchball

Lokalsport: Vikings vor dem ersten Matchball

Der Handball-Zweitligist will heute in Wilhelmshaven die Punkte holen, die zum Klassenerhalt noch fehlen.

Gut möglich, dass es eine feucht-fröhliche Rückfahrt wird. "Unser Kapitän Bennet Johnen hat reichlich Getränke eingekauft", berichtet Vikings-Trainer Ceven Klatt. "Aber die Truppe muss schon abwarten, ob ich sie diese auch öffnen lasse." Johnens Vorratshaltung hat ihren Grund im Tabellenstand der zweiten Handball-Bundesliga. Aufsteiger HC Rhein Vikings hat derzeit ein Punktekonto von 28:38, der ThSV Eisenach auf dem ersten Abstiegsplatz weist 19:47 aus. Sollte die Neuss-Düsseldorfer Spielgemeinschaft also heute (20 Uhr) beim Wilhelmshavener HV gewinnen, könnten die Thüringer sie an den dann nur noch vier folgenden Spieltagen nicht mehr einholen.

"In unserer Situation neigt man ja zu einer gewissen Skepsis", sagt Klatt. "Aber dieser zum Trotz gehe ich davon aus, dass unsere neun Punkte Vorsprung ausreichen werden. Die Eisenacher haben zwar einen guten Lauf, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie alle fünf ausstehenden Spiele gewinnen." Auf dieses Gefühl ihres Trainers wollen sich die Wikinger freilich nicht verlassen. "Zwei Punkte müssen noch her, um alle Zweifel zu beseitigen, und die wollen wir mindestens noch holen."

Plan A ist, dies schon heute am Jadebusen zu schaffen. Wilhelmshaven steht in der Tabelle mit vier Punkten Abstand einen Platz unter den Rheinländern. Das liegt nicht zuletzt am 23:20-Hinspielsieg der Klatt-Truppe. "Damals haben wir in der Abwehr eine starke Leistung gezeigt, mit einem sehr guten Torhüter Vladi Bozic dahinter", erinnert sich der Coach. "Daran müssen wir am Freitag anknüpfen. Die Stimmung bei uns ist nach dem von vielen unerwarteten Sieg gegen Rimpar sehr gut, wir haben das genossen."

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Von vielen unerwartet? Hatte der Trainer nicht vor dem Heimspiel gegen den Tabellenfünften selbst tiefgestapelt? "Das musste ich ja in der Öffentlichkeit tun, um nicht als Großmaul dazustehen", antwortet Klatt. "Tatsächlich hatte ich vor dem Rimpar-Spiel ein gutes Gefühl. Und wenn wir, wie am vorigen Samstag, vom Start weg eine tadellose Leistung hinlegen, wenn so viel zusammenpasst - dann sind wir auch für größere Teams schwer zu schlagen."

Wenn der Klassenerhalt geschafft ist, wollen die Vikings ihre ersten Zugänge verkünden. Viele Gespräche seien bereits weit gediehen, teilt die Klubführung mit, die Abschlüsse seien aber an die zweite Liga gebunden. Fakten schuf bereits Rechtsaußen Dennis Aust. "Es ist sehr schade, aber er verlässt uns", berichtet Klatt. "Er ist kürzlich Vater geworden und fasst in seinem Beruf als Lehrer Fuß. Deshalb tritt er handballerisch kürzer und wechselt zum Drittligisten Leichlingen."

(jol)