Lokalsport: Vikings treten couragiert auf

Lokalsport: Vikings treten couragiert auf

Der Handball-Zweitligist bringt Balingen in Bedrängnis, verliert aber 22:27.

Als Ceven Klatt wieder in den Bus stieg, musste er erst einmal seine Gefühle ordnen. Es war eine seltsame Mischung, die der Handball-Trainer verspürte: aus Zufriedenheit und Enttäuschung, aus Stolz und Verärgerung. Seine Mannschaft hatte aufopferungsvoll gekämpft, eine couragierte Leistung gezeigt und dem haushohen Favoriten lange Paroli geboten. Doch am Ende hatten es die Rhein Vikings nicht geschafft, beim Meisterschaftsfavoriten HBW Balingen-Weilstetten zu punkten. Der Zweitliga-Neuling unterlag beim Erstliga-Absteiger mit 22:27 (13:15).

Anders als bei der Saisonpremiere in Bietigheim waren die Düsseldorfer von Anpfiff an hellwach. Das war die Voraussetzung, um gegen die Gastgeber mithalten zu können. Das gelang unerwartet gut, obwohl den Wikingern ihre beiden Abwehrchefs Bennet Johnen (Bandscheibenoperation) und Heider Thomas (muskuläre Probleme) fehlten. Klatt hatte daher von einer 6/0-Deckung auf die offensivere 5/1-Variante umgestellt. Das funktionierte überraschend gut. So konnte Balingen zwar immer vorlegen, doch die Gäste glichen bis zum 6:6 (10.) stets aus. Dann konnten sich die Gastgeber erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeiten, den sie bis zur Pause verteidigten. Balingens Trainer Rúnar Sigtryggsson haderte mit seiner Abwehr: "Mit ihr bin ich überhaupt nicht zufrieden. In der ersten Halbzeit sah es mehr aus wie die erste Unterrichtsstunde in einer Tanzschule."

Nach dem Wechsel kamen die Vikings in der Offensive zunächst nicht mehr so zur Geltung wie zuvor. Vier Treffer in Folge zum 14:20 bedeuteten eine Vorentscheidung zugunsten des Favoriten. Zehn Minuten vor dem Ende schien die Partie entschieden (18:24). Doch die Vikings bäumten sich noch einmal auf und verkürzten auf 21:24. Als dann auch noch Keeper Mikkel Moldrup, der in einer starken zweiten Hälfte zehn Paraden verzeichnete, im Anschluss einen Strafwurf der Gastgeber parierte und Trainer Ceven Klatt eine Auszeit nahm, lag plötzlich gar der leichte Hauch einer Überraschung in der Luft. Sie wurde durch einen Doppelschlag der Balinger zunichte gemacht. Statt eines Punktgewinns gab es für die Vikings nur lobende Worte. "Es war ein schweres Spiel gegen einen hervorragend eingestellten Aufsteiger, in dessen Mannschaft sehr viel Potenzial steckt", meinte Sigtryggsson.

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Kollege Klatt beklagte nicht nur die Niederlage, sondern auch Verletzte: "Brian Gipperich bekam einen Pferdekuss, Felix Handschke einen Schlag auf die Hüfte, und Thomas Bahn erlitt eine Gehirnerschütterung. Das konnten wir in der zweiten Hälfte nicht kompensieren. Wir können viel Positives mitnehmen, aber auch viel lernen. Einige Fehler haben uns um die Sensation gebracht."

Vikings: Bozic, Moldrup (Tor) - Hoße (5/2), Handschke (1), Bahn, Klasmann, Oelze (5), Pankofer (4), Weis, Gipperich (3), Bornemann, Aust (1), Artmann, Coric (3).

(ths)