Vikings sehnen Erfolgserlebnis herbei

Handball : Vikings sehnen Erfolgserlebnis herbei

Die Zweitliga-Handballer kommen auch nach dem Wechsel auf der Trainerposition nicht in Tritt. Am Samstag steht das Spiel gegen Balingen-Weilstetten an.

Zwei Niederlagen in zwei Spielen und jetzt zwei schwere Aufgaben vor der Brust: Interimstrainer Jörg Bohrmann droht beim HC Rhein Vikings ein totaler Fehlstart. Am Samstagabend (19 Uhr) treten die Wikinger nun beim Tabellen-Vierten HBW Balingen-Weilstetten an. Und im nächsten Heimspiel am kommenden Freitag wird die Aufgabe für den Vorletzten nicht einfacher, wenn der TuS Ferndorf ins Castello kommt.

Erst am elften Spieltag scheint das Bohrmann-Team mit dem Auswärtsspiel beim Dessau-Rosslauer HV wieder auf einen Gegner auf Augenhöhe zu treffen. Der Coach hadert jedoch nicht mit dem Programm, sondern gibt sich gelassen: „Wenn wir aus den nächsten zwei Spielen zwei Punkte holen, dann wäre das gut. Wenn nicht, dann bricht die Welt trotzdem nicht zusammen.“

Der Fokus liege mehr auf der eigenen Mannschaft denn auf dem jeweils nächsten Gegner. Und da hat Bohrmann ein paar Defizite erkannt: „Einige Spieler sind überhaupt nicht fit, da müssen wir dran arbeiten.“ Zwischen den Zeilen ließ der Trainer erkennen, dass es den betroffenen Spielern – zumindest bisher – an Ehrgeiz und einem passenden Lebensstil gemangelt haben könnte. Hier setzt Bohrmann mit seiner Arbeit an und scheut auch vor harten Maßnahmen nicht zurück: „Diejenigen, die für den Verein und für die Mannschaft alles geben, werden spielen. Wer da nicht mitzieht, muss zuschauen.“

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Diese etwas raueren Töne scheinen immerhin Gehör zu finden und fruchten bereits in Ansätzen. „Die Mannschaft arbeitet gut mit und versucht umzusetzen, was ich von ihr fordere“, sagt Bohrmann vorsichtig zufrieden. Ein wichtiges Mittel des Trainers ist die Kommunikation („wir sprechen viel miteinander“), sodass er unter dem Strich optimistisch in die nähere Zukunft blickt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen erfolgreich sein werden.“

Mit Balingen treffen die Vikings am Samstagabend jedoch auf einen äußerst unangenehmen Gegner. In der vergangenen Saison verlor der HC beide Duelle – zunächst 12:22 und dann 22:27. Besonders der isländische Linksaußen Oddur Gretarsson wirbelte die Vikings-Abwehr damals gehörig durcheinander. „Balingen hat insgesamt starke Leute auf den Außenbahnen und genug Spieler mit einer großen Qualität“, erläutert Bohrmann und weiß um die Stärken des Gegners. Auch das taktische Grundrezept dagegen liegt schon parat: „Wir müssen ein gutes Rückzugsverhalten haben, versuchen, kompakt zu decken, den Außen nicht zu viele Räume lassen und im Innenblock gut stehen.“

Wer dem Trainer am Samstag alles zur Verfügung stehen wird, stellt sich bei manchen Spielern erst kurzfristig heraus, denn die herbstliche Erkältungswelle hat auch die Vikings nicht verschont. Fraglich ist ebenfalls der Einsatz von Christian Hoße, der am Dienstag im Training umgeknickt ist. Definitiv nicht zur Verfügung steht Ivan Milas, der mit einem Muskelbündeleinriss im Adduktorenbereich sechs Wochen ausfällt.

Es bleibt also fraglich, ob es mit dem ersten Erfolgserlebnis unter dem Interimscoach schon so bald etwas wird.

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