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Turu Düsseldorf: „Die Stadt lässt uns weitgehend im Stich“

Turus Präsident Manuel Rey im Interview : „Die Stadt lässt uns weitgehend im Stich“

Der Präsident des Fußball-Oberligisten Turu wünscht sich mehr Unterstützung – gerade im Jubiläumsjahr – und fordert Investitionen ins Stadion an der Feuerbachstraße.

Seit Januar vergangenen Jahres ist die Ära von Heinz Schneider und Gerd Westhoff beim Fußball-Oberligisten Turu zu Ende – zumindest was die jahrelange operative Arbeit der beiden an der Spitze des Vorstandes betrifft. Altersbedingt haben sich Schneider und Westhoff, ohne die der sportliche Erfolgsweg des Klubs in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten nicht möglich gewesen wäre, aus der ersten Reihe zurückgezogen. Schneider ist dem Verein als Ehrenpräsident, Berater und Sponsor erhalten geblieben. Seit gut einem Jahr bekleidet Manuel Rey das Präsidentenamt und zieht nach seinen ersten zwölf Monaten eine Zwischenbilanz.

Herr Rey, wie bewerten Sie die laufende Saison?

Rey Mein Geheimziel war der neunte Platz. Das habe ich erst einmal für mich behalten, weil ich nicht wusste, wie gut unsere junge Mannschaft sein konnte. Jetzt hat sie sich nach einem mäßigen Start auf den achten Platz vorgearbeitet. Kurz gesagt: Ich bin zufrieden. Wenn wir weiter so gut spielen und Punkte holen, dürften wir uns auch dank des jetzigen Vorsprungs von 15 Zählern auf die Abstiegsränge keine Sorgen um den Klassenerhalt machen müssen.

Man hört aus Ihrer Antwort heraus, dass es etwas anderes gibt, das Ihnen nicht gefällt.

Rey Das stimmt leider. Hier im Verein finde ich zwar jede Unterstützung für meine Arbeit. Aber die endet am Tor unserer Anlage an der Feuerbachstraße. Obwohl Turu als höchstklassiger Amateur-Fußballverein der Stadt eine bekannte Marke ist, ist die Unterstützung durch Sponsoren nur schwierig zu erreichen. Ganz problematisch wird es dadurch, dass uns die Stadt weitgehend im Stich lässt.

Nennen Sie Beispiele dafür.

Rey Das Stadion, in dem wir spielen und das im Übrigen kein Eigentum der Turu ist, bräuchte zum Teil dringende Modernisierungen. Das fängt schon mit den Wartungskosten für Geräte wie die Rasenmähmaschine an. Dann fehlt ein separater Ein- und Ausgang für Gästefans. So kommt es zum Beispiel bei Pokalpartien immer wieder zu vorgeschriebenen Spielverlegungen in andere Stadien. Wir müssen dann Kosten im vierstelligen Bereich übernehmen. Fast noch schlimmer ist das beschämende Bild, das sich bietet, wenn die dabei vorgeschriebenen 60 Ordner nur eine Handvoll Gästefans bewachen (wie beim Pokalspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen, d. Red.).

Wie reagiert die Stadt auf solche Wünsche?

Rey Im Grunde gar nicht. Noch nicht einmal jetzt – im Jahr 2020, in dem Turu als ältester Düsseldorfer Fußballverein das 140-jährige Bestehen feiert. „Was wir Turu geben, müssen wir auch den anderen Vereinen geben“, heißt es höchstens.

Noch einmal zum Sportlichen: Nach den Abgängen von Co-Trainer Georg Müffler und den Spielern Aliosman Aydin, Christopher Krämer und Emmanuel Anthony gibt der Etat Geld für Neuverpflichtungen her, oder?

Rey Das Geld würden wir besser erst einmal für die Wartung der Rasenmähmaschine ausgeben.