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Tischtennis: Omar Assar will Titel zum Abschied von Borussia Düsseldorf

Ägyptischer Tischtennisprofi : Assar wünscht sich zum Abschied von Borussia einen Titel

Der ägyptische Nationalspieler verlässt zum Saisonende den deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf. Bevor es soweit ist, möchte er sich noch seinen großen Traum erfüllen.

So ganz hat Omar Assar seinen großen Traum noch nicht aufgegeben. Bisher gelang dem Tischtennisprofi aus Ägypten im Trikot von Borussia Düsseldorf weder der Triumph bei der deutschen Meisterschaft noch im Pokal oder der Champions League. Allmählich läuft dem 28-Jährigen die Zeit davon, denn im Einvernehmen mit den Borussia-Verantwortlichen wird Assar seinen zum 30. Juni auslaufenden Vertrag nicht verlängern.

„Die Mitspieler, Trainer Danny Heister und der ganze Mitarbeiterstab sind unglaublich tolle Menschen, denen ich für alles danken möchte“, betont Assar. „Alles ist sehr professionell und trotzdem wie eine Familie, das werde ich vermissen.“ Die Hoffnung, auf den letzten Drücker doch noch einen Titel zu holen, ist nicht unbegründet, steht wegen der Corona-Krise aber auf tönernen Füßen.

Noch hofft die Tischtennis-Bundesliga trotz der Absage der „Finals Rhein-Ruhr“, in die auch das Meisterschaftsfinale eingebettet gewesen wäre, die bis 30. Juni laufende Spielzeit mit einer Titel-Entscheidung beenden zu können. Der Deutsche Tischtennis Bund hat zwar seinen Mannschaftsspielbetrieb am Mittwoch eingestellt, aber das betrifft nicht die TTBL, weil sie eine eigenständige, vom DTTB losgelöste Organisationsstruktur besitzt. „Sollte sich die Situation im Laufe des Frühjahrs verbessern und die Möglichkeit der Durchführung einer Sportveranstaltung mit oder ohne Zuschauer aus Sicht der Behörden bestehen, werden die Play-offs und das TTBL-Finale angesetzt“, ließ die Liga verlauten. Ob die Champions-League-Saison, in der die Düsseldorfer das Halbfinale erreicht haben, zu Ende gespielt wird, steht ebenfalls in den Sternen.

Assar kam 2018 aus Bremen. Sieben der ersten neun Partien gewann der ägyptische Angrifsspieler und hatte damit großen Anteil daran, dass der Rekordmeister einen perfekten Saisonstart hinlegte. Dann allerdings stoppten ihn psychische Probleme. Seine Leistungen wurden schwächer, eine Zeitlang musste er mit dem Training aussetzen. Der zweimalige Olympia-Teilnehmer, der sich auch schon für Tokio 2020 qualifiziert hatte, kämpfte sich zurück, musste sich dann aber hinter den Teamkollegen Ricardo Walther und Anton Källberg anstellen.

„Omar ist ein großartiger Spieler, der mit seiner kämpferischen Persönlichkeit und seiner dynamischen Spielweise das Publikum fasziniert“, meint Borussia-Manager Andreas Preuß. „Daher ist uns die Entscheidung schwer gefallen, ihn ziehen zu lassen, doch wir möchten das Potenzial von Ricardo und Anton weiter fördern, und dazu gehören auch regelmäßige Einsätze in den Spielen.“ Also wechselt Assar nach Frankreich zum Champions League-Club GV Hennebont TT.

Die Franzosen gehören zu den alten Bekannten in der Königsklasse, Borussia gewann in der Vorrunde dieser Saison beide Duelle 3:1, jeweils ohne Assar am Tisch. Nach dem Viertelfinale, das Hennebont gegen Orenburg knapp verlor und Borussia gegen Roskilde deutlich gewann, wurde das Halbfinale vorläufig ausgesetzt. Assars Wunsch: „Ich hoffe, dass wir noch weiterspielen können und ich mich mit einem Titel verabschieden kann.“