Tischtennis-Bundesliga: Borussia Düsseldorf verliert

Tischtennis-Bundesliga : Ersatzgeschwächte Borussia verliert mit 1:3 in Ochsenhausen

Der deutsche Rekordmeister rutscht in der Tischtennis-Bundesliga auf Platz vier ab. Timo Boll und Omar Assar fehlen dem Heister-Team sehr.

Die Spielprognose auf der Website der Tischtennis-Bundesliga hat ihre Zuverlässigkeit bewiesen. Vor der Partie des deutschen Rekordmeisters beim TTF Ochsenhausen hatte die Voraussage mit 72,4 Prozent Wahrscheinlichkeit auf einen 3:1-Sieg für die gastgebenden Tischtennisfreunde gelautet. Nach der Partie zwischen dem Titelverteidiger aus Düsseldorf und seinem größten Herausforderer wurde genau das prognostizierte Ergebnis in die Tabelle eingetragen. Damit rutschten die Borussen mit jetzt 10:4 Punkten vom zweiten auf den vierten Tabellenplatz ab. „Selbstverständlich hätten wir gerne gewonnen, aber das kann mal passieren“, erklärte Trainer Danny Heister. „Wir haben noch ein paar Spiele in der Hauptrunde. Am Ende werden wir sehen, wo wir stehen.“

Die Borussen hatten auf Timo Boll (Weltrangliste 3) und Omar Assar (WR 39) verzichtet und dafür neben Kristian Karlsson (WR 24) und Anton Källberg (WR 144) auf Sharat Kamal Achanta (WR 31) gesetzt. Der erfahrene Inder fand in der Sporthalle in Ehingen aber nie zu seinem Spiel und unterlag dem Ex-Borussen Stefan Fegerl (WR 66) deutlich. „Kamal seinem Rhythmus nicht gefunden. Es war nicht sein Tag“, urteilte Heister. „Ich wollte ihn aber mal wieder in der Liga sehen. Und Außerdem braucht er ja sechs Liga-Einsätze, um in den Play-offs spielen zu dürfen.“ Das Match gegen die TTF war Achantas zweiter Einsatz.

Zuerst musste Källberg gegen Simon Gauzy (WR 16) an die Platte. Borussias Youngster war aber gegen den formstarken Vize-Europameister von 2016 früh auf der Verliererstraße. Noch immer sucht Källberg nach seiner Bestform, die er braucht, um Spieler des Gauzy-Formats zu bezwingen. „Anton hat ein gutes Spiel gemacht. Am Ende hat er aber in der entscheidenden Phase etwas zu viel durch die Mitte gespielt“, analysierte Heister.

Den Ehrenpunkt sicherte Karlsson mit seinem ungefährdeten Erfolg über Hugo Calderano (WR 11). Der Schwede war angriffsstark, im passiven Spiel extrem gut, reaktionsschnell, beweglich und zeigte sich taktisch verbessert. So überzeugte er nicht nur mit knallharten Angriffsschlägen, sondern auch mit überraschendem Winkelspiel. Ein ums andere Mal stand Calderano nicht da, wo der Ball war. So raubte der Borusse dem Brasilianer die Siegeszuversicht.

Gegen Gauzy allerdings fehlte Karlsson die Ruhe, seine Calderano-Leistung erneut abzurufen. Nach gewonnenem ersten Satz verlor der Linkshänder plötzlich seine taktische Linie, war zu sehr auf schnelle Punktgewinne aus. Erst in Durchgang vier fand er zurück ins Match, verlangte Gauzy alles ab. Gereicht hat es jedoch nicht mehr. „Kristian hat gegen Calderano sein bisher bestes Saisonspiel gemacht, gegen Gauzy aber den Rhythmus verloren“, so Heister. Mit dem letzten Ball der Partie zwischen Gauzy und Karlsson war aus der TTBL-Prognose Gewissheit geworden.

Ergebnisse: Simon Gauzy – Anton Källberg 3:1 (11:7, 11:5, 8:11, 11:9), Hugo Calderano – Kristian Karlsson 1:3 (6:11, 12:10, 7:11, 3:11), Stefan Fegerl – Sharat Kamal Achanta 3:0 (11:6, 11:4, 11:7), Gauzy – Karlsson 3:1 (8:11, 11:5, 11:1, 11:9)

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