Tischtennis: Boll auf Abschiedstournee

Tischtennis : Boll auf Abschiedstournee

Der deutsche Tischtennis-Rekord-Einzelmeister Timo Boll spielt in Wetzlar zum letzten Mal bei der Deutschen Meisterschaft. Stattdessen will er in Zukunft internationale Turnier spielen, um viele Weltranglistenpunkte zu sammeln.

Nein, es ist kein Abschied auf Raten, sondern ein Gebot der Fokussierung. Der deutsche Tischtennis Rekord-Einzelmeister Timo Boll (Borussia) nimmt am Wochenende Abschied von der nationalen Meisterschaft.

Zwölfmal hat sich der fast 38-Jährige bisher zum besten deutschen Einzelspieler gekrönt, sollte in Wetzlar zwischen dem 1. und 3. März alles nach Bolls Wunsch laufen, stehen dann 13 Titel in seiner Erfolgsbilanz. 14 werden es aber nicht werden. „Es ist meine letzte Teilnahme an diesem Turnier, das mir immer sehr wichtig war. Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften war für mich immer Ehre und Verpflichtung“, erläutert der Linkshänder. „Aber die Internationale Tischtennis Föderation verlangt uns Spielern immer mehr ab und belastet uns mit Pflichtterminen. Um in der Weltrangliste gut platziert zu sein, muss man so viele Turniere spielen. Zudem habe ich mit Borussia Düsseldorf noch viele Ziele. Da muss ich vernünftig sein und ein wenig auch meinem Alter Tribut zollen.“

Mit den beiden kommenden Großereignissen, Weltmeisterschaft 2019 in Budapest und Olympische Spiele 2020 in Tokyo, im Blick muss Boll viele Weltranglistenturniere spielen, um sich eine gut Platzierung zu erarbeiten. Gute Weltranglistenplatzierungen sind für internationale Großereignisse zum einen eine Qualifikationsvoraussetzung und zum anderen wichtig für die Setzliste. Bei seinen Borussen hat sich die „spielende Tischtennis-Legende“ bis 2022 gebunden. „Ich will so lange spielen, wie es mir Spaß macht und der Körper mitmacht. Das kann noch einige Jahre dauern“, so Boll. „Denn vor meinem Karriereende habe ich viel mehr Angst, als dass ich es herbeisehnen würde.“

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2018 war bei Boll auch noch nichts von Karriereende zu spüren. Im Gegenteil, der Borusse erlebte einen weiteren Leistungsfrühling“. Kein Wunder, dass der amtierende deutschen Meister, Europameister und World-Cup-Zweiten zum „Spieler des Jahres“ gewählt wurde. Damit kann und will Boll in Wetzlar anfangen und zum Abschied erneut den Titel mitnehmen.

Auch Borusse Kristian Karlsson will seinen nationalen Meistertitel verteidigen. Zeitgleich zur DM in Wetzlar spielen er und sein Clubkamerad Anton Källberg, der im Vorjahr drittbester schwedischer Tischtennisspieler war, im Heimatland um den nationalen Titel.

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