Boxen : Timo Rost hat einen neuen Coach

Düsseldorfs Profiboxer Timo Rost kehrt zu Erfolgstrainer Walter Broll zurück. Die beiden kennen sich gut. Unter dem Erfolgscoach trainierte Rost schon als Amateur und während seines Bachelor-Studiums in Dortmund.

Timo Rost hat sich nach drei Jahren und elf Kämpfen von Trainer Rüdiger May getrennt. Mit dieser Nachricht überraschte der Gerresheimer Boxers seine Fans über Facebook. Gegenüber der Rheinischen Post betonte der 29-Jährige, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei und sie ausschließlich sportliche Gründe habe. „Wir haben uns im Guten getrennt, sind weiterhin freundschaftlich und eng miteinander verbunden. Ich musste den Schritt tun. Ich konnte mit Rüdiger immer über alles reden, aber ich hatte seit Wochen und Monaten den Eindruck, dass ich mich unter ihm nicht so entwickeln kann, wie ich es gerne möchte – so leid mir das tut.“

Neuer Coach des gebürtigen Düsseldorfers ist Walter Broll. Die beiden kennen sich gut. Unter dem Erfolgscoach trainierte Rost schon als Amateur und während seines Bachelor-Studiums in Dortmund. Dort entwickelte sich der Student der Gesundheits- und Bewegungswissenschaft zu einem guten Konterboxer, der seine Fäuste blitzschnell zu einer massiven Doppeldeckung zusammenziehen kann, der über Mut und Timing in der Offensive sowie eine starke Rechte und einen gefährlichen Aufwärtshaken verfügt. Für den 55-Jährigen ist es der erste Job als Coach eines Profis. „Zu Walter habe ich ein absolutes Vertrauensverhältnis“, sagt Rost. „Nach jedem meiner Kämpfe habe ich ihn angerufen, um mit ihm zu diskutieren und seine Meinung zu hören.“ 

Bei dem Trainerwechsel geht es für Rost vor allem um die Wahrung seiner großen Ziele. Der unabhängige Faustkämpfer, der als Hochschulmeister und Dritter der deutschen Meisterschaft, schon bemerkenswerte Erfolge landete, möchte innerhalb des nächsten Jahres die Top 20 der Welt im Supermittelgewicht erreichen. Sein Fernziel ist weiterhin der WM-Titel. „Ich möchte in den nächsten Jahren Weltmeister werden“, sagt der Gerresheimer selbstbewusst. „Dafür muss ich mich in der Rangliste aber weiterhin stark verbessern.“ Da er schon 29 sei, müsse er etwas aufs Tempo drücken. Deshalb habe er in Sachen Trainer nun schnell eine Entscheidung treffen müssen.

Die Probleme mit May seien vielschichtig gewesen. Es ging unter anderem um die taktischen Anweisungen mit denen ich nicht immer einverstanden war, und um Schwierigkeiten bei der Kommunikation vor allem während der Kampfpausen in der Ringecke. „Da haben wir keine gemeinsame Sprache gefunden, Rüdiger konnte da nicht zu mir durchdringen.“ Das habe früher unter Broll immer besser und prima geklappt, er hätte ihn in der ­Ringecke mit Hilfe von Schlagworten erreichen können. Wenn Broll „Lanze stoßen“ gebrüllt habe, dann habe er gewusst, dass er versuchen soll, mit der Führhand gerade durchzukommen. Unter anderem diese klare Ansprache erhofft sich Rost nun mit der Rückkehr zu seinem früheren Coach.

Derzeit trainiert Rost täglich für den nächsten Kampf, der am 26. September in der Classic Remise in Wersten über die Bühne gehen soll. Jeden Morgen begibt Rost sich auf die Tartanbahn, um Runden zu drehen und Kondition zu bolzen. An den Abenden fährt er nach Dortmund, um unter seinem neuen Coach zu trainieren.