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Timo Rost hat den Titelkampf im Blick

Boxen : Timo Rost hat den Titelkampf im Blick

Düsseldorfs Boxer Timo Rost kann mit einem Sieg am Samstag in der Classic-Remise seinem WM-Traum näher kommen. Gegner ist Bosco Milic. Der Kampf gegen Bosco Misic hatte bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen.

Timo Rost macht sich überhaupt keinen Kopf darum, dass für ihn am Samstag im Kampf gegen Bosco Misic doch eine ganze Menge auf dem Spiel steht. Denn im Falle einer Niederlage gegen den 30-jährigen Kroaten, wäre der anvisierte Titelkampf für Düsseldorfs besten Supermittelgewichtsboxer erst einmal in weiter Ferne. Im anderen Falle wäre er dem Fight um eine Krone ganz nahe. Angebote hat er schon. Doch Timo Rost hat für solche Gedanken gar keinen Raum. Er möchte sich auch gar nicht damit auseinandersetzen, ob es für ihn dann zuerst um den deutschen oder schon um den angestrebten globalen Titel gehen würde. Mit jeder Faser genießt er gerade sein Dasein als Profiboxer, lebt mit Leidenschaft sein privilegiertes Leben, ist ausschließlich im Hier und Jetzt unterwegs. „Das ist auch nicht immer schön, meist ganz schön anstrengend und von Enthaltsamkeit geprägt“, wie er sagt.

Der Lohn der ganzen Plackerei: „Ich war in meinem Leben körperlich noch nie so fit“, sagt er. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich in dieser Beziehung gegenüber der Vorbereitung zu meinem jüngsten Kampf noch einmal steigern kann.“ Den hatte er im Kampf eins nach der Niederlage in Hamburg gegen Felix Sturm gegen den Spanier  José Miguel Fandiño gewonnen. Zum ersten Mal hatte da sein neuer Trainer Bekim Hoxhaj an seiner Seite gestanden. Die Trainingsinhalte sind seit dem Wechsel des Coaches andere, der Boxstil hat sich geändert. „Das war im Kampf gegen den Spanier schon deutlich zu sehen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das auf den anstehenden Kampf auswirkt“, sagt Timo Rost. „Körperlich bin ich in der Form meines Lebens, da gibt es keinen Zweifel. Aber spannend ist nun, wie ich das am Samstag im Ring umsetzen kann. Ich würde gerne an meine Leistung aus dem Kampf gegen Fandiño anknüpfen und sie verbessern.“ Da sei schon vieles gut gewesen, da habe man einen neuen Tino gesehen. „Der anstehende Fight ist eine gute Standortbestimmung.“

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Beeindruckt von Timo Rosts Muskelbergen ist nach einem Besuch in der Trainingshalle in Leverkusen auch Eva Dzepina. Kein Gramm Fett sei mehr zu sehen, sagt die Managerin. Timo habe noch nie so hart gearbeitet. Eva Dzepina und ihr Team waren monatelang damit beschäftigt, einen passenden Gegner zu finden und die Voraussetzungen für eine Veranstaltung wie die anstehende zu schaffen. „Fünfmal hatten wir schon einen Gegner, fünfmal musste er wieder absagen“, sagt Eva Dzepina. Der Kampf gegen Bosco Misic hatte bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen, doch der Bosnier hatte dann wegen der Quarantäne-Bestimmungen keine Chance anzutreten. Später musste ein Gegner für Timo Rost kurzfristig wegen eines schweren Corona-Krankheitsverlaufs in der Familie absagen. Und nun kommt es nach langem Hin und Her doch noch zu einem Kampf gegen Bosco Misic und damit zu einem Happy End in der Classic-Remise, in der sich Timo Rost wegen der Nähe zum Publikum so wohl fühlt. Für das große Glück fehlt nun nur noch ein Sieg des gebürtigen Gerresheimers.

Das wird für ihn aber vermutlich ein hartes Stück Arbeit, denn der Bosnier gilt als etwa gleich stark,  agiert laut Kenner der Szene auf Augenhöhe mit Timo Rost.

Für die Boxfans sind Duelle mit Misic jedenfalls meist ein Spektakel: 19 seiner 23 Siege hat der Bosnier durch K.o. gewonnen, aber auch 14 seiner 16 Niederlagen per K.o. kassiert. Im August unterlag er im Kosovo in einem Kampf um den Weltmeistertitel im Supermittelgewicht gegen Kamer Malouko durch technischen K.o. Fünf Wochen später rehabilitierte sich der 1,81 Meter große Rechtsausleger dann durch einen K.o.-Erfolg gegen Evgeni Borisov und bleibt damit unter den Top 20 in der Rangliste.

Einen Kampf muss Timo Rost schon vor dem ersten Gong bestreiten – den mit der Waage. Er muss sein Körpergewicht auf 76,2 Kilogramm reduzieren. Eine Woche vorher lag er noch klar drüber. Für den Samstag verspricht er „ein Spektakel, das sich kein Fan entgehen lassen sollte“.