Fußball : Vom Torhüter zum Torjäger

Timo Braun stand bei den SF Gerresheim vor Kurzem noch zwischen den Pfosten. In dieser Saison gehört er zu den besten Stürmern der Kreisliga A. 31 Tore in 27 Spielen hat er erzielt.

27 Spiele, 31 Tore - die Ausbeute von Timo Braun kann sich in dieser Saison bislang mehr als sehen lassen. Die Zahlen des Mannes mit der Nummer 9 im Trikot des Fußball-Kreisligisten Sportfreunde Gerresheim sind noch beeindruckender, wenn man sich dessen Vita anschaut. Denn Timo Braun ist gar kein gelernter Stürmer, sondern ein ausgebildeter Torhüter. Bis zu seinem Wechsel zum TV Grafenberg vor fünf Jahren war das Tore-verhindern die Kernkompetenz des inzwischen 25-Jährigen.

Und vermutlich würde Timo Braun auch heute noch zwischen den Pfosten stehen, wenn vor wenigen Jahren ein Wechsel zum  Landeslisten Rather SV zustande gekommen wäre. Dieser scheiterte aber und damit reifte bei Braun das Verlangen, noch einmal etwas Neues zu machen. „Ich hatte das Gefühl, dass es als Torwart für mich maximal bis zur Bezirksliga gereicht hätte. Da dachte ich mir, gehe ich lieber ins Feld“, so Braun rückblickend. Beim B-Kreisligisten TV Grafenberg mutierte „Brauni“ sofort zum Torjäger. In zwei Spielzeiten traf er sagenhafte 57 Mal ins Schwarze. Damit machte er auch seinen Ex-Verein Sportfreunde Gerresheim auf sich aufmerksam, der seinen verlorenen Sohn im Sommer 2019 zurückholte.

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Unter dem damaligen Sportfreunde-Coach Sven Schröder wollte es für Braun in der Kreisliga A mit dem Toreschießen zunächst aber nicht so klappen, wie er es von seiner vorigen Station gewohnt war. „Ich habe unter ihm meist auf der Außenbahn spielen müssen“, sagt Braun, der schließlich auch von einem Wechsel auf der Trainerbank profitierte. Denn seitdem Dimitrios Thoidis das Sagen bei den Sportfreunden hat, bombt auch Timo Braun wieder. Nun im Sturmzentrum agierend ist Braun ein dankbarer Abnehmer der Zuspiele von Pascal Thomassen. „Es ist wie ein Sechser im Lotto, so jemanden hinter sich spielen zu haben. Pascal ist ein genialer Fußballer“, schwärmt Braun von seinem Nebenmann.

Das Zusammenspiel zwischen den beiden funktioniert auch deshalb so gut, weil sich Timo Braun schon zu Kindeszeiten ein gutes Spielverständnis angeeignet hat. „Ich habe in der Jugend für die Fortuna gespielt. Da wurde sehr viel wert darauf gelegt, dass auch die Torhüter mitspielen. Die Ausbildung ging schon sehr stark in das Spielerische“, erinnert sich Braun zurück. Inhalte, die ihm heute zugute kommen und die das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht zu scheinen lassen.

„Es wäre schön, in der nächsten Saison mit den Sportfreunden um den Aufstieg in die Bezirksliga spielen zu können. Dann hätten wir auch endlich wieder ein Derby gegen den TuS“, blickt Braun voraus. Zuvor setzt er sich aber noch ein ganz anderes Ziel, „Die 40-Tore-Marke möchte ich in dieser Saison schon noch in Angriff nehmen.“