Tischtennis : Timo Boll will den Rekord

Der Borusse kann mit dem fünften German-Open-Titel mit Ma Long gleichziehen.

Dagegen ist es vergleichsweise leicht, Olympiasieger zu werden. Die German Open im Tischtennis (28.1. bis 2.2. in Magdeburg) sind so gut besetzt wie keine Weltmeisterschaft oder Olympischen Spiele. Mit 18 Herren und 19 Damen aus den Top 20 der Weltrangliste kann das mit 270.000 US-Dollar dotierte Turnier als „WM plus“ bezeichnet werden.

Die Stärke des Hauptfeldes, in dem nur 16 Spieler gesetzt sind, macht bereits die Qualifikation zum absoluten Weltklasseturnier. „Bei den Herren muss schon die aktuelle Nummer 18 der Welt in die Qualifikation, um einen der begehrten 16 Plätze für das Hauptfeld zu erreichen“, sagt Bundestrainer Jörg Roßkopf. Das trifft auch die Borussia. Zwar ist Timo Boll als Weltranglistenzehnter direkt für das Hauptfeld qualifiziert, aber sowohl Omar Assar (Weltrangliste 29), Anton Källberg (WR 75) und Ricardo Walther (WR 78) müssen im Einzel bereits in der Vorrunde ihre Spielstärke beweisen. Kristian Karlsson (WR 25) war auch gemeldet, zog seine Teilnahme aber jetzt zurück. „Kristian hat eine Entzündung im Ellenbogen des Schlagarms. Er hat sich bei unserem Doc das Spielverbot abgeholt“, so Borussia-Sprecher Alex Schilling. „Es ist schade für Kristian. Ihm hätten für die Olympia-Qualifikation ein paar Weltranglistenpunkte gut getan.“

Boll hingegen ist für die German Open optimistisch, er könnte mit seinem fünften Triumph den Rekord von Weltmeister und Olympiasieger Ma Long (WR 3) einstellen. „Das wird schwierig. Aber ich bin gut drauf, spiele vom Gefühl her mein bestes Tischtennis seit zwei oder drei Jahren und versuche natürlich, lange im Turnier zu bleiben, auch wenn die Besetzung schon außergewöhnlich ist – sogar stärker als beim Olympia-Turnier“, meint Boll. „Auf jeden Fall trete ich mit einem hohen Anspruch an mich selbst an.“

Deutschlands bester Tischtennisspieler tritt mit Vereinskollege Walther genauso wie Källberg mit Landsmann Jon Persson auch noch im Doppel an. Beide Paarungen müssen aber bereits in der Doppel-Qualifikation antreten.