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Lokalsport: Teutenberg gibt Karriereende bekannt

Lokalsport : Teutenberg gibt Karriereende bekannt

Die 39-jährige Radrennfahrerin zieht die Konsequenzen aus den Folgen eines schweren Unfalls.

Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, eine höchst erfolgreiche sportliche Karriere zu beenden? Viele Spitzensportler wurden schon oft mit dieser Frage konfrontiert, und nur die wenigsten von ihnen fanden auch darauf die passende Antwort. Deutschlands einstiges Fußballidol Michael Ballack kann davon bestimmt leidvoll ein Liedchen singen. Im Fall von Ina-Yoko Teutenberg entschied indes das Schicksal über das Karriereende von einer der erfolgreichsten deutschen Profi-Radrennfahrerinnen.

Es war im Frühjahr diesen Jahres, als die 39-Jährige bei einem Sturz während eines Rennens eine schwere Gehirnerschütterung davontrug und infolgedessen die fast komplette Saison verpasste. Nun zog die Mettmannerin die Konsequenzen aus ihrem Unfall. "Das ist natürlich nicht der Weg aus dem Radsport, den ich mir gewünscht hatte. Aber ich habe entschieden, es ist jetzt Zeit für den Rücktritt. Ich schaue auf das Leben nach dem Rennsport und suche eine neue Herausforderung", sagte Teutenberg in einer Pressemitteilung ihres US-amerikanischen Teams Specialized-Lululemon.

Im Radsport-Zirkus hinterlässt die Sprinterin derweil eine große Lücke, schließlich gehörte sie 20 Jahre lang zur Spitze der deutschen Straßenradsportlerinnen und erntete in dieser Zeitspanne zahlreiche Titel und Auszeichnungen. Bereits im zarten Alter von 16 Jahren wurde sie 1990 in Middlesbrough (Großbritannien) Doppel-Junioren-Weltmeisterin – im Straßenrennen und im Punktefahren auf der Bahn. Nur sechs Jahre später setzte Teutenberg ihren beeindruckenden Triumphzug fort und gewann die Internationale Thüringen-Rundfahrt der Frauen. Doch nicht nur auf nationalen Parkett hinterließ die gebürtige Düsseldorferin einen bleibenden Eindruck, sondern auch bei den Olympischen Spielen, dem größten Sportereignis auf dem Globus. Nach einer eher unspektakulären Teilnahme in Sydney 2000 holte sie zwölf Jahre später in London zum großen Schlag aus und verpasste nur knapp die Bronzemedaille im Straßenrennen. Dass daraufhin die Goldmedaille im Mannschaftzeitfahren bei der WM in den Niederlanden der letzte große sportliche Höhepunkt für sie werden sollte, konnte Teutenberg zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Wie sehr die Mettmannerin mit dem Radsport verwurzelt ist, zeigt auch ein Blick in den Familienstammbaum der Teutenbergs. Schließlich betreiben auch ihre älteren Brüder Lars und Sven dieselbe Sportart. Während Sven Teutenberg den Gesamtsieg bei der Rutas de América (1996) sowie zahlreiche weitere Etappensiege vorweisen kann, war sein älterer Bruder Lars im Jahr 2003 mit dem Gewinn der Cinturón a Mallorca und Cinturó de l'Empordà bei gleich zwei Straßenrennen erfolgreich.

(RP)