Lokalsport: Sukers Standpauke für schläfrigen Fortuna-Nachwuchs

Lokalsport : Sukers Standpauke für schläfrigen Fortuna-Nachwuchs

Der Lokalmatador unterliegt Borussia Mönchengladbach zum Auftakt der U19 Champions Trophy mit 1:2. Japan startet mit einem Sieg.

Es war ein schmerzhafter Zusammenprall, der Simon Busch und Justin Steinkötter vor dem Hintergrund der ins Stadion leuchtenden Abendsonne zu Boden sinken ließ. Unsanft waren die beiden Jungspunde im Auftaktmatch der U19 Champions Trophy zwischen Lokalmatador Fortuna und Borussia Mönchengladbach mit den Köpfen aneinander gerasselt, hielten sich daran aber nicht lange auf. Busch ließ sich ein wenig Eis zur Kühlung bringen, Steinkötter schüttelte den Schmerz kurz weg - und dann ging es wieder auf den Rasen.

Dieses Bild zum Halbzeitpfiff - die Borussen führten durch einen Treffer eben von Steinkötter - verdeutlichte die Intensität, mit der sich die Rheinrivalen in jeden Zweikampf warfen. Engagiert gingen die Kontrahenten auf sehr rutschigem Geläuf zu Werke und kämpften um jeden Zentimeter des Rasen. Mit dem besseren Ende für die "Fohlen" übrigens, denn das Team von Trainer Thomas Flath setzte sich mit 2:1 durch.

Fortuna-Coach Sinisa Suker freilich schmeckte dieses Resultat überhaupt nicht, und so nahm er sich seine Schützlinge nach dem Schlusspfiff in der Kabine noch einmal zur Brust. "Einige Stammspieler sind nicht dabei, die anderen Jungs bekommen also die Möglichkeit, sich hier zu präsentieren", erklärte Suker. "Diese Chance haben sie heute aber nicht genutzt." Dennoch mochte er nicht gleich alles schlechtreden. "Wir haben das Spiel am Ende so spannend wie möglich gehalten. Fakt ist, dass der Start in ein Turnier immer schwierig ist. Wir sind zwar anfangs gut reingekommen, müssen dann aber schneller den ersten Gang finden."

Eine treffende Einschätzung, denn genau genommen begannen die Düsseldorfer erst in den Schlussminuten, ihr durchaus vorhandenes Potenzial auszuschöpfen. Doch nachdem der bereits mit einem Profivertrag ausgestattete Linksverteidiger Georgios Siadas mit einem satten Flachschuss den 1:2-Anschlusstreffer erzielt hatte, scheiterten die Rot-Weißen im Schlussspurt entweder an den überragenden Reflexen des gegnerischen Torhüters oder - wie Dustin Willms - am Lattenkreuz.

Zuvor agierte der Lokalmatador einfach zu unorganisiert und bekam insbesondere Borussen-Stürmer Steinkötter nicht in den Griff. Gladbachs Winter-Transfer erwies sich als absoluter Unruheherd und war an nahezu allen Offensivaktionen der "Fohlen" beteiligt. So war es wenig verwunderlich, dass ausgerechnet der 18-Jährige zum ersten Turnier-Torschützen avancierte. Das Anspiel von Noah Holtschoppen hatte Steinkötter clever antizipiert, umkurvte Fortuna-Keeper Maximilian Möhker und schob den Ball überlegt zum 1:0 ins Netz. Zwar erhöhte Holtschoppen das Ergebnis anschließend mit einem abgefälschten Freistoß eher glücklich, aber zu diesem Zeitpunkt gab es keinen Zweifel daran, dass Gladbach über die insgesamt bessere Spielanlage verfügte.

Deswegen zeigte sich auch Gladbachs Co-Trainer Martin Stranzl nach dem Abpfiff zufrieden: "So ein Auftaktsieg gibt viel Selbstvertrauen für den weiteren Turnierverlauf", erklärte der 258-fache Ex-Bundesligaspieler, ohne aber die kritischen Aspekte zu beschönigen: "In der Schlussphase haben wir den Gegner durch unnötige Nachlässigkeiten aufgebaut und fast noch den Ausgleich kassiert. Das darf nicht passieren", monierte der 37-Jährige.

Vollends zufrieden mit der Leistungs seiner Mannschaft war indes Naoki Hirano, der Trainer der Japanischen Hochschulauswahl. Das Team aus dem Land der aufgehenden Sonne besiegte Standard Lüttich mit 2:0. "Die Jungs sollten zuschlagen, wenn sich die Chance ergibt", sagte Hirano hinterher. Und dieser Plan ist aufgegangen.

(RP)