Lokalsport: Star-Galopper Wonnemond ist Favorit

Lokalsport : Star-Galopper Wonnemond ist Favorit

Doch der Klasse-Wallach aus dem Stall von Sascha Smrczek hat bei der Henkel-Europa-Meile, dem Hauptereignis des Programms am Sonntag auf der Grafenberger Galopprennbahn, große Konkurrenz.

Eine Verbrüderung unter den teilnehmenden Pferden wird es vor der Henkel Europa-Meile, dem Hauptereignis des Programms am Sonntag auf der Grafenberger Galopprennbahn wohl eher nicht geben. Auch wenn sich die vierbeinigen Protagonisten bestens kennen. Vier der sechs Starter haben sich vor drei Wochen in der Frühjahrs-Meile bereits an gleicher Stelle getroffen.

Wonnemond vor Millowitsch, so hieß damals der Einlauf, Degas und Cashman waren eher chancenlos. So ähnlich könnte es eigentlich wieder enden, aber zu damals gibt es einen wichtigen Unterschied: Wonnemond, der Sieger, trainiert von Sascha Smrczek, wurde an jenem Tag von Andrasch Starke geritten. Der schaut diesmal aber nur zu, da Bayarsaikhan Ganbat, bei Smrczek in Lohn und Brot stehender Jockey, nach einer Sperre wieder zur Verfügung steht. "Und da ist es nur selbstverständlich, dass er im Sattel sitzt", sagt der Trainer, "er reitet ihn schließlich auch im Training, hat schon große Rennen mit ihm gewonnen."

Doch ein Spaziergang wird es für Düsseldorfs bestes Rennpferd kaum werden. Millowitsch, zuletzt hinter ihm, hat seine Eignung für die Grafenberger Piste schon mehrfach unter Beweis gestellt, hat etwa vergangenen Oktober den Großen Preis der Landeshauptstadt gewonnen. "Die Meile ist eigentlich etwas zu weit für ihn", erläutert Trainer Markus Klug, "zweihundert Meter kürzer wären besser, aber da gibt es in Deutschland so recht keine passenden Rennen für ihn." Der Champion-Coach vertraut wieder Andreas Helfenbein als Jockey. Der 50 Jahre alte Senior der Branche wird Millowitsch besonders rationell vortragen.

Mit Qualisaga kommt aus Frankreich eine Gaststute nach Düsseldorf. Im Besitz des Unternehmers Torsten Raber aus Lebach wird sie nahe Paris von Carina Fey trainiert. Die ehemalige Rennreiterin, einst in Deutschland im Sattel, schreibt im Nachbarland eine besondere Erfolgsgeschichte, doch wird es für Qualisaga, die Feys Lebensgefährte Eddie Hardouin reitet, keine einfache Aufgabe - gegen Gegner wie am Sonntag ist sie noch nie angetreten.

Eine ausgezeichnete Besetzung hat der im Rahmenprogramm ausgetragene Henkel-Stutenpreis gefunden, in dem es ebenfalls über 1600 Meter geht und der ein finaler Test für die klassischen 1000 Guineas in vier Wochen an gleicher Stelle ist. Es ist schwer genug, eine Favoritin auszumachen, es könnte möglicherweise Jeföhl werden.

Die Stute mit dem "kölschen" Namen läuft unter dem Label "Galopp Club Deutschland". Das ist die älteste Besitzergemeinschaft des Landes, besteht seit 1970 und will mit anteiligem Rennpferdebesitz, Besuchen auf Rennbahnen und in Gestüten Menschen für den Galopprennsport begeistern. Die Mitgliederzahl hält sich konstant im dreistelligen Bereich und mit Jeföhl hat man wohl auch ein besseres Pferd pachten können. Gerade in Köln erfolgreich wagt die Dreijährige jetzt den Sprung auf das höhere Parkett.

(RP)
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