Lokalsport: Sportlich war die Heim-DM ein Flop

Lokalsport : Sportlich war die Heim-DM ein Flop

Die Kämpfer des Sportwerks Düsseldorf blieben bei der Deutschen Taekwondo-Meisterschaft in der Sporthalle der Hulda-Pankok-Gesamtschule weit unter ihren Möglichkeiten. Organisatorisch hingegen war alles perfekt.

Der Präsident der Deutschen Taekwondo Union (DTU) Stefan Klawiter war rundum zufrieden. "Organisatorisch hat alles gut geklappt", resümierte Klawiter am Ende der vom Sportwerk organisierten Deutschen Meisterschaft in der Sporthalle der Hulda-Pankok-Gesamtschule. "Es war eine tolle Atmosphäre, die Stimmung war super, die Zuschauer wussten die gezeigten Leistungen zu würdigen." Und diese Leistungen waren oft richtig gut. Kein Wunder, starteten doch sowohl in den Seniorenklassen als auch bei den A-Jugendlichen so einige amtierende und ehemalige Welt-, Europa- und Deutsche Meister.

Beispielsweise in der Wettkampfklasse Herren bis 68 Kilogramm. Da waren der Vize-Europameister, sechsmalige Open-Sieger und amtierender Deutscher Jugendmeister Ali Mohammad (SC Samurai Berlin), der zweimalige deutsche Meister Mohamed Omeirat (Kangaroo Sports Essen) und der amtierende deutsche Junioren-Meister und Sieger der Luxemburg Open 2014 Valentin Ekkert (Sportwerk) dabei. Im Finale standen sich Mohammad und Ekkert gegenüber. Sie kämpften allerdings mit ungleichen "Waffen". Der Düsseldorfer hatte sich in den Duellen zuvor eine Schulter- und eine Fußverletzung zugezogen. "Kurz vor dem Finale konnte ich meinen linken Arm nicht mal auf Schulterhöhe anheben. Im Fuß hatte ich solche Schmerzen, dass ich ihn kaum belasten konnte", erläutert Ekkert. So war des Sportwerkers Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt. Er ließ sich aber nicht hängen, zum Sieg reichte es für den 17-Jährigen nicht. "Valentin ist physisch und mental sehr stark und kann Schmerzen unterdrücken. Das aber auch nur bis zu einer bestimmten Grenze und diese Grenze war im Finale überschritten", analysierte Sportwerk-Cheftrainer Inan Tunc. "Dennoch hat mich Valentin mal wieder überzeugt. Er ist erst 17 und holt Silber bei der deutschen Seniorenmeisterschaft. Wenn er dranbleibt, wird er noch einige Erfolge erzielen." Neben Ekkert sicherte auch Sarah di Sinno (Damen, über 73 kg) dem Sportwerk eine Vizemeisterschaft. Im Finale verkaufte sich die 19-Jährige allerdings deutlich unter Wert, kam nie in den Kampf hinein und wurde disqualifiziert. Sie hat offensichtlich die neuen Regeln über Arm- und Handhaltungen während des Kampfes noch nicht verinnerlicht. So wurde Ekaterina Derev (TKD Özer Nürnberg) Titelträgerin. "Im Finale der letzten DM habe ich auch gegen sie verloren, dann aber im Finale der Luxemburg Open gewonnen. Dann bin ich jetzt beim nächsten mal wieder dran", meinte di Sinno trotzig.

Sportlich gesehen ist das Sportwerk mit der Heim-DM 2018 nicht zufrieden. "Es wäre mehr drin gewesen", meint der Sportwerk-Trainer. "Eine unser großen Titel-Hoffnungen, Antonio Andreopoulou, musste nach einem üblen Tritt gegen die Hand ins Krankenhaus zur Untersuchung. Andere sind mit dem Druck, sich vor heimischem Publikum zu präsentieren, nicht klar gekommen."

Organisatorisch hingegen lief alles rund. "Wir haben ja auch den Anspruch, die Sportstadt Düsseldorf bestens zu präsentieren und das hohe Düsseldorfer Organisationsniveau auch in einer Randsportart zu erreichen", erklärt Sportwerk-Vorsitzender Tayar Tunc. "Wir haben gezeigt, welche Kraft, Energie und welche Einigkeit im Sportwerk steckt. Ich denke, alle Teilnehmer und die Deutsche Taekwondo Union denken gerne an Düsseldorf zurück."

(RP)
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