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Kunstturnen: Silber gegen die Tränen

Kunstturnen : Silber gegen die Tränen

Die zwölfjährige Simone Kuhlmann wurde Zweite im Mehrkampf der Deutschen Jugend-Meisterschaften im Kunstturnen. Auch ihre Kolleginnen vom KLZ Düsseldorf überzeugten bei den gelungenen Titelkämpfen im Sportpark Niederheid.

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p class="text">Da stand Simone Kuhlmann. Enttäuscht konnte sie die Tränen nicht zurückhalten. Gerade hatte sie ihr Einzelfinale am Schwebebalken bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Kunstturnen absagen müssen. Fußprobleme zwangen die Zwölfjährige zur Aufgabe.

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p class="text">Tags zuvor sah die Welt für das Talent vom KLZ Düsseldorf noch ganz anders aus: Im Mehrkampf der Altersklasse (AK) 12 konnte sie sich über den zweiten Platz freuen. Beim Wettbewerb über vier Disziplinen (Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden) musste sie sich nur Desirée Baumert (TG Söllingen) geschlagen geben. "Über Silber freue ich mich sehr", erklärte Simone, als die Enttäuschung über die Verletzung langsam nachließ.

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p class="text">Auch das Abschneiden der anderen Düsseldorfer Turnerinnen (alle AK12) konnte sich sehen lassen: Emily Pachal kam auf einen guten zwölften Rang und qualifizierte sich zudem überraschend für das Einzelfinale am Schwebebalken. Dort wurde sie Sechste. "Ich bin sehr zufrieden. Die Mädels haben alle gute Leistungen abgerufen", sagte KLZ-Trainer Alexander Naum. Melina Mavromoustaki wurde 16. in der Gesamtabrechnung, Silvia Holzer und Katrin Goebel kamen auf die Plätze 19 und 20.

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p class="text">In Mehrkämpfen wie Einzelfinals der älteren Jahrgänge platzierten sich die 75 Turnerinnen aus ganz Deutschland größtenteils wie erwartet. Naum: "Die Favoriten haben sich keine Blöße gegeben. Die Ergebnisse spiegeln den Leistungsstand der Mädchen wider." Wie schon 2006 konnte die Sporthalle in Niederheid als Veranstaltungsort überzeugen. "Wir haben nur positive Reaktionen erhalten", erklärte der zufriedene KLZ-Vorsitzende Wolfgang Kuhlmann. Der Vater von Simone freute sich auch über die Silbermedaille seiner Tochter: "Ich bin sehr stolz auf meine Kleine." Kuhlmann sah nur einen Wermutstropfen: "Ein paar mehr Besucher hätte ich mir schon gewünscht." Trotzdem konnte sich die Kulisse von 800 Zuschauern über beide Tage durchaus sehen lassen.

Weiterer positiver Aspekt: Das Klima zwischen Verantwortlichen, Eltern und Athletinnen war entspannt und überaus freundlich. Gerade die Mädchen unterstützten sich gegenseitig, wo sie nur konnten: Zuspruch und Aufmunterung für die Verliererinnen nach einem nicht gestandenen Abgang waren allerorts zu sehen. Während der Übungen feuerten sich die Konkurrentinnen sogar bestmöglich an. "Die Mädchen kennen sich von Lehrgängen und gehen sehr freundschaftlich miteinander um. Das ist schön zu sehen", befand Kuhlmann. So musste auch Simone nach ihrer Absage nicht lange traurig sein. Schnell hatten sich die anderen Mädchen zum Trösten um sie versammelt. Vorbildlich.

(RP)