Junioren-Fußball : SG Unterrath mischt die Bundesliga auf

Die U17-Fußballer spielen am Sonntag in der B-Junioren-Eliteklasse gegen Partnerklub 1. FC Köln.

Ein kleiner Verein aus dem Düsseldorfer Norden spielt seit einem Jahr im Konzert der Großen mit: Im Sommer 2017 stiegen die U17-Fußballer der SG Unterrath in die Bundesliga West auf – und schafften aufgrund der besseren Tordifferenz den Klassenerhalt. „Das war genauso eine Sensation wie der Aufstieg“, freute sich David Piechatzek (31), der gemeinsam mit Toma Ivancic (52) die Jugendabteilung im Verein leitet. Dabei konnten die Unterrather in der Hinrunde sogar dem späteren deutschen Meister Borussia Dortmund ein 2:2 abringen.

„Wir sind ein Ausbildungsverein und sehen uns als Talentschmiede für die Bundesligavereine“, beschreibt Piechatzek das Selbstverständnis. Er und Ivancic haben den Verein als Nummer zwei im Düsseldorfer Jugendfußball etabliert. Die große Stärke der SGU sei der Zusammenhalt, sagt Piechatzek: „Wir sind eine große Familie.“ Die Junioren würden „technische Unterlegenheit mit Kampf, Moral und Mentalität ausgleichen“. Ein weiterer Pluspunkt des Vereins seien die sehr gut ausgebildeten Trainer. Die Übungsleiter profitierten hierbei insbesondere von der Kooperation der SGU mit dem Zweitligisten 1. FC Köln. „Unsere Trainer werden von den Kollegen aus Köln fortgebildet und können beim FC hospitieren. Das ist bisweilen lehrreicher als die Schulungen beim Verband.“

Als No-Name-Verein liege ein besonderer Fokus auf dem Scouting in der Umgebung: „Wir müssen da immer schneller sein und sind in der Umgebung auch vielen Vereinen voraus“, äußert der Abteilungsleiter. Hierbei helfe ein Netzwerk aus ehemaligen Spielern und Trainern, die immer wieder Tipps zu Talenten gäben.

Die U17 der SGU wird seit diesem Sommer von einem Trio trainiert, das dem zur U19 der SSVg Velbert abgewanderten Coach Sascha Waldbröhl folgte. Vom VfL Bochum kamen Christian Mollocher und sein Co-Trainer Mohamed Rifi, von RW Oberhausen Karim Lahmidi. „Christian fungiert zwar als Chef, aber letztlich arbeiten wir alle gleichberechtigt“, erläutert Lahmidi. Der 28-Jährige führt aus: „Wir kennen uns seit vielen Jahren und sprechen eine Sprache.“

In der Sommerpause musste das Trio eine neue Mannschaft formen, die sich insbesondere aus dem U16-Jahrgang der Vorsaison zusammensetzt. „Von der U16-Niederrheinliga in die U17-Bundesliga war für die Jungs ein Riesensprung, aber sie sind mental sehr stark und lernwillig. Ich ziehe meinen Hut vor dem, was sie leisten“, lobt Lahmidi. „Wir kommen über Mentalität und Visionen. Die Jungs verteidigen gut und sind schwierig zu bespielen.“ Die Konsequenz: Von den ersten vier Ligaspielen ging nur eines verloren (1:3 gegen Bochum). Dreimal hieß es Remis, dabei am ersten Spieltag beim 0:0 gegen Schalke. Am Sonntag steht mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln eine besondere Partie an. Anstoß auf dem Rasenplatz des Garather SV ist um 11 Uhr.