Interview mit Timo Boll: "Sensationelle Trainingsbedingungen"

Interview mit Timo Boll: "Sensationelle Trainingsbedingungen"

sid:"Timo Boll, nach einer längeren Bedenkzeit haben Sie sich für den Abschied vom Champions-League-Sieger TTV Gönnern und einen Wechsel zum deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf entschieden. Was waren die Gründe?"

sid: "Timo Boll, nach einer längeren Bedenkzeit haben Sie sich für den Abschied vom Champions-League-Sieger TTV Gönnern und einen Wechsel zum deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf entschieden. Was waren die Gründe?"

Timo Boll: "Ich habe tolle zwölf Jahre in Gönnern gehabt und bin dem Verein und vor allem Gönnerns Trainer Helmut Hampl dankbar für all das, was sie für mich getan haben. Aber nach so langer Zeit tut ein Wechsel gut, zumal Düsseldorf ein glänzend geführter Verein ist, das sportliche Umfeld stimmt und auch das wirtschaftliche Angebot hervorragend war."

"Ihnen lagen auch lukrative Angebote in- und ausländischer Spitzenvereine vor. Was gab den Ausschlag für Düsseldorf und sprach zum Beispiel gegen einen Wechsel ins Ausland?"

Boll: "In Düsseldorf sitzt die ARAG AG als einer meiner Hauptsponsoren, vielleicht gibt es dort noch weitere große Möglichkeiten. Jedenfalls war das Angebot der Borussia so gut, dass ich den Weg zu einem ausländischen Klub vermeiden konnte. Das gewährleistet eine ruhige Vorbereitungszeit auf Peking 2008 im vertrauten deutschen Rahmen."

sid: "Sie sprachen bei der Bekanntgabe von einer Entscheidung mit Kopf, Bauch und Herz. Was mussten Sie gegeneinander abwägen?"

Boll: "Meine Sympathie gehörte Gönnern, mein großer Respekt Düsseldorf, und natürlich finde ich dort sensationelle Trainingsbedingungen und hervorragende Trainingspartner vor, zum Beispiel Christian Süß, mit dem ich Vize-Weltmeister im Doppel bin. Und Düsseldorfs Verwaltungsrats-Vorsitzender Hans Wilhelm Gäb steht mir ja schon viele Jahre mit Rat und Tat zur Seite."

sid: "Mit Gönnern hatten Sie zuletzt mit Rücksicht auf Ihre Belastungen auf internationaler Ebene eine Begrenzung Ihrer Einsätze vereinbart. Wie wird Ihr Engagement in Düsseldorf aussehen? "

Boll: "Ich gehe davon aus, dass die Düsseldorfer Mannschaft so stark ist, dass ich weniger Belastungen habe als in Gönnern."

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sid: "In Gönnern war von der Trainingshalle bis zur Terminplanung alles auf Sie zugeschnitten, in Düsseldorf existieren seit Jahrzehnten professionelle Strukturen. Verändert sich damit auch Ihre Rolle?"

Boll: "Nachdem ich ein einigermaßen guter Spieler geworden war, hing bei Gönnern natürlich immer sehr viel von mir ab, der Druck war groß. In Düsseldorf sind die Belastungen sicherlich auf mehr Spieler verteilt."

sid: "Welche sportlichen Ziele setzen Sie sich mit Düsseldorf?"

Boll: "Wenn es im Vereinssport positiv weitergehen soll, muss sicherlich sehr bald eine europäische Liga kommen. In einer solchen Liga vorn zu sein, das ist ein großes Ziel der Borussia."

sid: "Sie gelten als bodenständiger Mensch und wechseln bald aus dem beschaulichen hessischen Odenwald in eine der größten Städte Deutschlands. Was bedeutet dieser Schritt unabhängig von sportlichen Erwägungen für Sie persönlich?"

Boll: "Ich werde in Düsseldorf einen Wohnsitz haben, aber mein Haus in Höchst ebenfalls halten und damit auch die Verbindung zur alten Heimat und meinen Freunden. Aber Düsseldorf ist eben eine neue Herausforderung."

Das Interview führte Dietmar Kramer.

(sid)
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