SC West: Hoffnungsträger Hashimoto braucht Zeit

SC West : Hoffnungsträger Hashimoto braucht Zeit

Fußball-Oberligist SC West empfängt am Sonntag den SC Velbert. Der japanische Stürmer ist noch nicht bei hundert Prozent. Vor zweieinhalb Jahren hatte Hashimoto die Oberkasseler in Richtung Regionalliga verlassen.

Der Kunstrasen glitzerte bei den niedrigen Temperaturen am Montagabend. Die Laufbahn war sogar leicht gefroren. Aufgrund der bestehenden Rutschgefahr pfiff der umsichtige Schiedsrichter die Generalprobe des Fußball-Oberligisten SC West bereits nach 55 Minuten ab. Eine logische Entscheidung, die aber insofern als etwas wehmütig zu betrachten war, als dass die Oberkasseler im letzten Testspiel vor dem Start in die restliche Rückrunde die U23-Auswahl der Universität aus dem US-amerikanischen Maryland zu Gast hatte.

Ein bisschen passte die Situation aber in das Bild der knapp zweimonatigen Wintervorbereitung. Obwohl Chefcoach Ranisav Jovanovic mit Blick auf die steigende Intensität der Trainingswochen ein „zufriedenes Fazit“ zog, lief für den 38-Jährigen wahrlich nicht alles nach Plan. Die Ergebnisse beschrieb er als durchwachsen, das Wetter und die eigenen Platzbedingungen als Problemfaktor. Seit Dezember ist zudem Angreifer Andrej Hildenberg an der Achillessehne verletzt. Sein Sturmkollege Sebastian Santana konnte ebenfalls nur zwei Wochen der Vorbereitung mittrainieren und Ricardo Ribeiro fiel zuletzt grippegeschwächt aus. Demnach ist Simon Deuß der einzige Angreifer, der über die Wintertage das gesamte Programm abspulte.

Umso mehr freut sich Jovanovic, dass der SCW klangheimlich noch ein Ass aus dem Ärmel geschüttelt und mit Rückkehrer Shunya Hashimoto einen echten Transfercoup gelandet hat. Mit seinen zehn Treffern aus 18 Spielen wurde die Fortuna-Reserve vor zwei Jahren auf den torhungrigen Japaner aufmerksam. Nach einem Zwischenstopp beim Bonner SC kehrt Hashimoto nun als Hoffnungsträger an die Schorlemerstraße zurück.

„Shu hat seine Qualitäten. Er ist dynamisch, hat einen starken Antritt und schlägt gefährliche Haken. Allerdings dürfen wir bei ihm nicht überpesen. Er hat vor dem Wechsel vier Wochen individuell trainiert und ist körperlich noch nicht auf dem Level, wo wir ihn haben wollen. Dennoch ist er ein Typ, der den Unterschied macht. Ich bin froh über seine Verpflichtung“, erklärt Jovanovic. Hashimotos Aufgabe für die anstehenden Pflichtspiele hat er indes klar definiert: „Wenn er spielt, soll er Vollgas geben, solange ihn die Füße tragen.“

Vollen Einsatz fordert der Trainer überdies von seinem gesamten Team, denn der Meisterschaftsauftakt ins neue Jahr gegen den SC Velbert am Sonntag (15.30 Uhr, Schorlemerstraße) ist immens wichtig. Mit einem Sieg würde der SCW (16./18 Punkte) im Kellerduell am unmittelbaren Tabellennachbarn (15./20 Punkte) vorbeiziehen. „Wir müssen funktionieren. Gerade im ersten Spiel fordere ich von den Jungs eine Menge. Jeder weiß, wie wichtig das Spiel wird“, sagt Jovanovic.

Und wer weiß, vielleicht ergibt sich für Hashimoto ja die eine Situation, um den Unterschied auszumachen.