Sandra Mikolaschek ist spitze im Rollstuhl-Tischtennis

Tischtennis : Sandra Mikolaschek träumt von Paralympics-Gold

Die 22-jährige Düsseldorferin gehört zur Behinderten-Tischtennis-Mannschaft von Borussia und ist die einzige Frau in der Bundesliga.

(tino) Läuft doch. Wobei im Falle von Sandra Mikolaschek und ihren beiden Borussia-Teamkameraden Tom Schmidberger und Valentin Baus „laufen“ das falsche Wort ist. Das Trio bildet die Rollstuhl-Tischtennis-Bundesligamannschaft der Borussia. Es machte da weiter, wo es vergangenes Jahr aufgehört hatte, fuhr zum Saisonauftakt gegen den RSC Frankfurt, BSG Duisburg und SV Salamander Kornwestheim jeweils deutliche Siege ein und setzte sich an die Tabellenspitze. Und doch ist die 22-Jährige Mikolaschek mit sich nicht ganz im Reinen. „Mit dem Mannschaftsergebnis bin ich zufrieden“, sagt die Borussin. „Aber ich hätte ein Einzel mehr gewinnen können. Ich will immer siegen.“ So gehen die Niederlagen der Borussen bei den beiden 4:1-Erfolgen gegen Frankfurt und Duisburg auf Mikolascheks Kappe. Doch sie trug auch jeweils zwei Einzelerfolge bei und machte gemeinsam mit Baus im Doppel gegen Kornwestheim den siegbringenden dritten Zähler.

Die Psychologiestudentin ist die einzige Frau in der „Männerwelt“ der Rollstuhl-Tischtennis-Bundesliga. „Ich glaube nicht. Dass für meine Gegner ein Problem ist, gegen mich zu spielen. Sie sehen mich als Sportler und nicht als Frau. Jeder will für sein Team und für sich gewinnen“, meint Mikolaschek. Dass sie die Qualität besitzt, in der ersten Liga zu spielen, beweist sie an jedem Spieltag mit ihren Erfolgen.

Für Mikolaschek dreht sich seit 2013 sehr vieles um den Plastikball. Da wechselte sie zur Borussia und an das Internat im Deutschen Tischtennis-Zentrum. Mit ihr stiegen die Rollstuhl-Tischtennisspieler direkt in die erste Liga auf. Im Einzel, Doppel und Mixed ist sie deutsche Serienmeisterin in ihrer Wettkampfklasse 4 (Mittelhohe Querschnittlähmung). „Ich habe einen inkompletten Querschnitt. Den habe ich fast von Geburt an. Mit einem Monat hatte ich eine Operation am Herzen und da ist was schief gelaufen. Da sind ein paar Nervenzellen abgestorben fürs Stehen. Seitdem sitze ich im Rollstuhl“, sagt die gebürtige Eislebenerin. Mit zehn forderten ihre Eltern sie auf, sich ein Hobby zu suchen. „Ich hätte auch Gitarre spielen können, aber ich wollte was Sportliches machen. Da wo ich herkomme gab es nur Fußball und Tischtennis. Und Fußball ging halt nicht.“ Zum Glück für Tischtennis-Deutschland, denn sie entpuppte sich als großes Talent und eilt nicht nur national von Erfolg zu Erfolg. Elf Siege bei Weltranglistenturnieren, zwei Vize-Einzeleuropameisterschaften, Team-Vizeweltmeisterschaft und die Paralympics-Teilnahme 2016 stehen in ihrer Bilanz. „Mein großes Ziel ist es, bei den Paralympics eine Medaille zu gewinnen. Am liebsten eine goldene.“ Bis dahin hat sie weiterhin viel  Spaß, den Gegnern die Bälle druckvoll um die Ohren zu hauen.

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