Rollhockey: TuS Nord verliert zweites Finale um die Meisterschaft

Niederlage im zweiten Endspiel : TuS Nord trauert verpasstem Rollhockey-Titel nach

Trotz einer Weltklasse-Vorstellung von Torhüter Jan Kutscha verlieren die Unterrather das zweite Finale in Hamm mit 0:3.

Um kurz nach 17 Uhr am Samstag war es Gewissheit. Der Traum der Spieler des TuS Nord, zum ersten Mal nach 21 Jahren für den Verein aus Unterrath wieder die deutsche Rollhockey-Meisterschaft zu gewinnen, war beendet. Mit einem 3:0-Erfolg hatte die SK Herringen den zweiten Sieg in der Finalrunde geholt und damit das begehrte Double aus Pokal- und Meisterschaftssieg geholt.

Am anderen Ende der Halle lehnten erschöpfte TuS-Spieler an der Bande und konnten ihre Niederlage noch nicht so recht fassen. Manch einer hatte die Hände vors Gesicht geschlagen, um seine Tränen zu verbergen. Der große Held in dieser Partie war in diesem Moment zugleich auch der traurigste Akteur. TuS-Schlussmann Jan Kutscha hatte eine Weltklasseleistung geboten, hatte mit mehr als einem Dutzend fantastischer Paraden die Spieler aus Westfalen fast zur Verzweiflung gebracht. Bei fünf Strafschlägen und selbst bei deren Nachschüssen war er unüberwindlich.

Ohne seine Glanzleistung wäre das zweite Finale früher entschieden gewesen. So führten die Hausherren bis drei Minuten vor dem Abpfiff durch den Treffer von Robin Schulz (24.) nur mit 1:0 – erst dann erzielte Liam Hages das vorentscheidende zweite Tor. Als die Schiedsrichter Thomas Ullrich und Daniel Löwe die Düsseldorfer in der hektischen Schlussphase mit einer Flut von nicht immer gerechtfertigten Strafen belegten, fand sich auf Seiten des neuen Meisters kaum noch ein Spieler, der sein Glück vom Punkt gegen Kutscha versuchen wollte. So gelang es Torjäger Lucas Karschau erst in der 48. Minute in seinem vierten Strafschlag-Versuch, den Unterrather Torhüter zu bezwingen.

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Der beste Spieler des Finales schaffte es nach dem Schlusspfiff gerade noch, sich den völlig verschwitzten Gesichtsschutz und seine Handschuhe auszuziehen und ließ sich dann vor seinem Tor todtraurig zu Boden sinken. Die mehr als einhundert mitgereisten Fans des TuS, die ihre Mannschaft bereits während der 50 Spielminuten bedingungslos nach vorn gepeitscht hatten, verstanden, dass ihre Lieblinge gerade jetzt noch einmal Unterstützung brauchten. Sie stimmten immer wieder ihre Gesänge an und ließen so fast vergessen, wer Sieger und Besiegter war.

Vereinspräsident Klaus Nuber war sichtlich gerührt: „Der TuS hat vorbildlich gekämpft und geackert, aber Herringen war ein Quäntchen besser.“ Eine vielleicht noch größere Anerkennung hatte man vorher von einem eingefleischten Fan der Herringer hören können: „Auch wenn ich Herringen den Meistertitel wünsche, hätte ich nichts dagegen, wenn der TuS heute gewinnt. Dann könnten wir morgen noch ein drittes dieser tollen Spiele miterleben.“

TuS Nord: J. Kutscha, Brandt – Abdalla, Beckmann, Carrilho, D. Kutscha, A. Paczia, T. Paczia, Pink, van Willigen.

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