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Rollhockey-Bundesligist empfängt RESG Walsum Wie der TuS Nord in das Straßenbahnduell geht

Düsseldorf · Mit breiter Brust und einem hochkarätigen Neuzugang geht der Bundesligist TuS Düsseldorf Nord am Samstag ins Rollhockey-Derby gegen die RESG Walsum. Welche Veränderung der Tabellenzweite hinter sich hat und wieso es aktuell so gut läuft.

 Andreas Paczia ist Trainer des Rollhockey-Bundesligisten TuS Nord.

Andreas Paczia ist Trainer des Rollhockey-Bundesligisten TuS Nord.

Foto: RP/HORSTMUELLER GmbH

Seit Jahrzehnten gehören die Rollhockeyakrobaten des TuS Nord zur deutschen Elite. Und sie werden nicht schlechter. Im Gegenteil. Zurzeit liegen die Unterrather in der Bundesliga auf Rang zwei hinter dem amtierenden Meister SK Germania Herringen. Am Samstag kommt es in der Halle an der Eckener Straße zum Straßenbahnduell mit der RESG Walsum aus Duisburg (16 Uhr). Andreas Paczia hat wenig Grund zur Klage, der Spielertrainer hadert nur ein wenig mit dem zähen Saisonstart. „Wir hatten eine durchwachsene Vorbereitung, da einige Spieler krankheitsbedingt fehlten, andere aus beruflichen Gründen verhindert oder im Urlaub waren. Das hat sich relativiert, sodass wir ganz gut in die Saison gestartet sind. Ärgerlicherweise haben wir einige Punkte liegen lassen, sodass wir auch besser dastehen könnten.“

Eine Erklärung für die schwankenden Leistungen war in den vergangenen Spielzeiten die fehlende Konstanz der jungen Spieler. Das will Paczia jetzt nicht mehr gelten lassen. Auch die Jungen hätten inzwischen zahlreiche Erfahrungswerte gesammelt. Den 42-Jährigen nerven eher die teils unerklärlichen individuellen Fehler und Löcher in der Abwehrreihe. „So hätten wir das Heimspiel gegen Aufsteiger Krefeld nie und nimmer 3:5 verlieren dürfen. Wir hatten 90 Prozent Ballbesitz und eine miserable Chancenauswertung. Da haben wir uns einfach nur dumm verhalten.“

Beim amtierenden Meister in Herringen führten die Düsseldorfer gar mit 5:2, um dann noch in der Verlängerung 5:6 zu verlieren. Aber was bringt es, den vertanen Chancen nachzutrauern. Vor allem, weil das Team im Laufe der Spielzeit immer besser harmonierte. Das liegt auch an Neuzugang Sebastian Rath, der vom RSC Cronenberg in die Landeshauptstadt wechselte. Der 26-Jährige, der im März seine Fachausbildung zum Kardiologen beginnt, fasst beim TuS immer besser Fuß. „Nachdem sich die Mannschaft zunächst an ihn und er sich an das Team gewöhnen musste, ist Sebastian bei uns immer besser ins Spiel gekommen“, konstatiert Andreas Paczia – was der ehemalige Spielführer des RSC Cronenberg und aktuelle Nationalspieler nur bestätigen kann: „Ich hatte zwangsläufig Startprobleme, da ich bisher sehr auf das Spiel des RSC fokussiert war. Inzwischen klappt es immer besser, sowohl in der Kommunikation als auch bei der Automatisierung bestimmter Abläufe. Das blinde Verständnis wird immer besser.“

Den Neu-Unterrather, der ein Jahr lang in Spanien, im Mekka des Rollhockeys, Erfahrungen sammelte, zeichnet seine Vielseitigkeit aus. „Ich bin der klassische Allrounder, der überall auf dem Feld zu finden ist, weniger der Torjägertyp, eher der Verbindungsspieler, der gerne auch den finalen Pass spielt. Ich kommuniziere viel, damit die taktische Stabilität eingehalten wird“, sagt Rath.

Dass die Mannschaft solch eine zentrale Figur wie Rath gebrauchen kann, steht außer Frage. Der Neue hält große Stücke auf die Mannschaft: „Der TuS hat eine junge Truppe, die sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert hat und hoch motiviert ist. Ziel sollte mindestens ein Finale sein und wir sollten den Anspruch haben, in der Bundesliga oben mitzuspielen. Das ist bei der Qualität der Mannschaft machbar.“

Dem TuS Nord kommt zugute, dass er über einen sehr breiten Kader verfügt, was längst nicht jeder Bundesligist behaupten kann. „Zudem haben wir unser Spielsystem umgestellt“, erläutert Andreas Paczia. „Wir sind offensiver aufgestellt als früher, was sich in den zweitmeisten Toren aller Bundesligisten niederschlägt. Es geht darum, offensiver zu verteidigen, früher zu pressen.“ Das geht mit einem sportlichen Kulturwandel einher. „Der TuS war immer für seine starke Defensive bekannt. Da haben sich viele Gegner schwer getan. Das ist aber etwas antiquiert. Im modernen Rollhockey spielt man nicht mehr so defensiv.“

Der Wandel funktioniert aber nicht mit einem Fingerschnippen. „Wir müssen die gute Trefferausbeute mit effektiver Abwehrarbeit kombinieren. Alle müssen in dieses System hineinwachsen und von ihm überzeugt sein. Das bedeutet permanenten Feinschliff, den wir uns vor allem in den Spielen holen wollen. Voraussetzung ist, dass alle Spieler an sich glauben. Da sehe ich aber das geringste Problem.“

Dabei könnten die Voraussetzungen kaum besser sein. „Die Spieler sind so fit, dass wir jedes Tempo über einen langen Zeitraum mitgehen und den Gegner unter Druck setzen können. Der Kader ist für dieses aggressive System geschaffen.“ Quantität und Qualität erlauben es, in kurzen Intervallen wechseln zu können, ohne dass das Niveau sinkt. „Diesen Vorteil wollen wir natürlich auch gegen Walsum ausspielen.“

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