Tennis Rochusclub verteidigt Tabellenführung

Düsseldorf · Der Rochusclub gewinnt auch beim stark besetzten Gladbacher HTC 4:2. Die Grundlage für den dritten Sieg des Düsseldorfer Tennis-Bundesligisten im dritten Spiel legten die Einzel.

 Roberto Carballes Baena zeigte in Mönchengladbach eine begeisternde Partie.

Roberto Carballes Baena zeigte in Mönchengladbach eine begeisternde Partie.

Foto: RP/Benefoto

Der Spitzenreiter der 1. Tennis-Point-Bundesliga kommt aus der Landeshauptstadt. Die Herrenmannschaft des Rochusclub gewann das Topspiel beim ebenfalls mit zwei Siegen in die Saison gestarteten Gladbacher HTC mit 4:2 und hat nun die alleinige Führung inne.  

„Drei Partien, drei Siege, Spitzenreiter – das muss ich erstmal sacken lassen“, sagte Teamchef Detlev Irmler. „Manchmal läuft es einfach. Im Moment scheint die Fortuna auf unserer Seite zu sein. Der Kampfgeist der Jungs ist aber auch wirklich enorm“, lobte er.

Den Grundstein für den Erfolg legten die Gäste in den Einzeln. Dabei traten die Gladbacher nahezu in Bestbesetzung an, gleich drei Akteure aus den Top 50 der Weltrangliste schickten sie ins Rennen und waren dadurch „eindeutig favorisiert“, betonte Irmler. „Allerdings liegt das Tennis so eng beieinander. An den Spitzenpositionen haben die Spieler Weltklasse-Tennis geboten, wie wir es in der Liga in dieser Form eher selten sehen“, schwärmte der Teamchef. Überraschend klar bezwang Pablo Andujar (ATP 100) seinen Landsmann Albert Ramos-Vinolas (ATP 39) mit 6:2 und 6:4. Sehr nervenstark präsentierte sich Roberto Carballes Baena (ATP 87), der es an Position eins mit Sebastian Baez (ATP 35) zu tun bekam. Der junge Argentinier hatte Ende Mai in der zweiten Runde der French Open den Weltranglistendritten Alexander Zverev am Rande einer Niederlage, vergab jedoch einen Matchball und verlor mit 5:7 im fünften Satz. Von solchen Ergebnissen lässt sich Carballes Baena jedoch nicht einschüchtern, er lieferte sich mit Baez ein spektakuläres Einzel. In beiden Abschnitten musste der Tiebreak die Entscheidung bringen, beide Male behielt der Spanier nervenstark die Oberhand.

An Rang drei duellierte sich Filip Horansky (ATP 191) mit Tallon Griekspoor (ATP 53). Nach verlorenem ersten Durchgang steigerte sich der Slowake und ging mit 4:1 in Führung. Am Ende zog er aber mit 4:6 den Kürzeren. „Filip hat gut gespielt. Tallon ist momentan einfach eine Klasse besser“, resümierte Irmler.

Sein Debüt für den Rochusclub gab der Italiener Andrea Pellegrino (ATP 193). „Das Match gegen Robin Haase war nicht einfach. Wenn ein Spieler seinen Einstand gibt, ist das immer großer Druck und eine größere Nervosität, schließlich will er gut performen. Zudem ist Robin ein alter Hase in der Bundesliga, ein sehr erfahrener Akteur“, gab Irmler zu bedenken. Pellegrino meisterte aber diese Aufgabe und siegte in zwei Sätzen.

Der 3:1-Zwischenstand ließ die Düsseldorfer vom dritten Saisonsieg träumen. „Ich hoffe, dass wir in den Doppeln auch das ernten können, was wir in den Einzeln gesät haben“, wünschte sich Irmler. Er schickte seine beiden Spanier Carballes Baena/Andujar sowie die niederländischen Doppelspezialisten Sander Arends/Matwe Middelkoop auf den Platz. Beide Paarungen taten sich zunächst sehr schwer, obwohl die Gladbacher auf ihre beiden Spitzenakteure verzichten mussten. Das Duo Carballes Baena/Andujar verlor den ersten Satz mit 4:6, erspielte sich dann aber eine 4:1-Führung. Diese konnten die Düsseldorfer jedoch nicht ins Ziel retten und gaben den Durchgang mit 4:6 ab. Zu diesem Zeitpunkt lag die Paarung Arends/Middelkoop mit 7:5 und 3:3 vorne. Doch auch die Niederländer verloren den zweiten Abschnitt. Im Matchtiebreak war es bis zum 3:2 spannend. Dann konnten sich die Düsseldorfer über 6:2 absetzen und mit 10:4 triumphieren.   

Nach dem grandiosen Auftakt stellt sich die Frage, ob die Düsseldorfer ihr Saisonziel „Klassenerhalt“ ändern und in der Tabelle sogar weiter nach oben schielen können. „Vielleicht werden ja noch ein paar Sponsoren aus Düsseldorf wach. Um ganz oben anzugreifen, benötigen wir auf jeden Fall einen höheren Etat“, gibt Irmler zu bedenken. Bisher ist der Rochusclub noch nie Deutscher Mannschaftsmeister geworden – kann der Titelgewinn in der Jubiläumssaison (50 Jahre Bundesliga) endlich gelingen?

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