Tennis-Bundesliga : Rochusclub ist in Aachen chancenlos

Der Tennis-Bundesligist verliert deutlich mit 0:6, doch Teamchef Irmler macht seinen tapfer kämpfenden Schützlingen keinen Vorwurf.

Der Traum von Detlev Irmler ging nicht in Erfüllung. Der Chef des Tennis-Bundesligisten Rochusclub hatte vor der Partie beim TK Kurhaus Aachen auf ein 3:3 gehofft. In der Karlsstadt machten dann aber nur die Hausherren die Punkte, so dass am Ende eine 0:6-Niederlage der Düsseldorfer zu Buche stand. „Ich bin nicht enttäuscht, aber sie haben uns die Hose heruntergezogen“, urteilte Irmler. „Meine Jungs haben bis aufs Blut gekämpft. Ich kann keinem einen Vorwurf machen. Aachen war in den entscheidenden Situationen genau den Ticken besser. Das hat den Ausschlag gegeben.“ Mit jetzt 5:3 Punkten liegen die Düsseldorfer auf Tabellenplatz fünf.

Das Duell der besten Spieler beider Teams zwischen Jan-Lennart Struff (Weltranglisten-Platz 35) und dem Rochusclub-Akteur Pedro Sousa (WR 109) hatte die Bezeichnung „Spitzeneinzel“ verdient. Nicht nur wegen der Spielstärke, sondern auch wegen der Spannung. Struff reichte im ersten Satz ein Break zum Satzgewinn. Sousa erkämpfte sich den zweiten Durchgang und schien das Momentum auch im Tiebreak auf seiner Seite zu haben. Mit 5:2 lag der Portugiese bereits in Führung. Dann allerdings schüttelte sich der 1,96 Meter große und 92 Kilogramm schwere Koloss aus Warstein kurz, servierte aus einem Guss, machte Druck und keinen Fehler mehr. Gegen Struffs Urgewalt stand Sousa fortan auf verlorenem Posten. „Struff hat die Fähigkeiten eines Weltklassespielers. Tennis-Deutschland kann froh sein, so einen guten Typen zu haben“, sagte Irmler.

Von den Fähigkeiten eines Weltklassespielers ist Düsseldorfs Tennis-Talent Henri Squire noch weit entfernt. Dem 18-Jährigen fehlte die mentale Stärke, um auch sein zweites Bundesliga-Spiel zu gewinnen. Zwar kämpfte sich Squire gegen Tim Pütz, die ehemalige Nummer 163 der Weltrangliste, nach 0:3 und 1:5 im ersten Satz in den Tiebreak, doch da hatte der mit 31 Jahren deutlich erfahrenere Pütz leichtes Spiel, ebenso wie im zweiten Satz. „Henri hat schlagtechnisch alles drauf, aber seine Aura, Willensstärke und Physis muss noch stark entwickelt werden. Noch liegt sein riesiges Potential brach“, analysierte der Teamchef.

Steve Darcis (WR 195) hingegen konnte sein Potential gegen Lukas Rosol (WR 121) ausschöpfen. Darcis, der immer wieder durch langwierige Verletzungen zurückgeworfen wird, ist eigentlich ein Spieler, der unter die Top-50 der Welt gehört. Da ist die Rosol-Niederlage keine Überraschung. Auch Filip Horansky (WR 175) unterlag. Carlos Taberner (WR 304) brachte jedes Geschoss mit aller Seelenruhe und auch noch giftig zurück.

So war die Partie schon nach den Einzeln entschieden – und doch kämpfte der Rochusclub weiter. Sousa vollierte im Doppel einen Ball im Liegen und Sander Arends wurde mit seiner überraschenden Spielweise noch zum Publikumsliebling. Mehr als Sympathiepunkte waren aber für den Rochusclub nicht drin.

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