Rochusclub Düsseldorf vor zweiten Spieltag der Tennis-Bundesliga (13. Juli 2018) beim TK Grün-Weiß Mannheim

Zweiter Spieltag der Tennis-Bundesliga: Rochusclub fährt als Erster zum Titelfavoriten

Rochusclub-Teamchef Detlev Irmler wusste gar nicht so genau auf welche Turnierplätze in Europa er genauer hinschauen sollte. Vor dem zweiten Spieltag der Tennis-Bundesliga (13. Juli 2018), der die Düsseldorfer zum Meisterschaftsaspiranten TK Grün-Weiß Mannheim führt, waren seine Jungs quer über den Kontinent verteilt.

Lukas Rosol (Weltrangiste 263) und Filip Horansky (WR 287) spielten im schwedischen Bastad. Jozef Kovalik (WR 117), Jaume Munar (WR 89) und Mats Moraing (WR 156) hatten sich für das weltweit bedeutendste Challenger Turnier in Braunschweig gemeldet. Pablo Andujar (WR 123) schlug im italienischen Perugia auf. Auch in Übersee, im kanadischen Winnipeg war der Rochusclub vertreten. Marcel Granollers (WR 116) ging jenseits des großen Teichs seiner Profession nach.

Das alles konnte Irmler nicht weiter beunruhigen. Mit Evgeny Donskoy (WR 83), Pedro Sousa (WR 131) und Marc Polmans (WR 174) hatte der Teamchef früh drei Spieler für seinen Mannheim-Kader sicher. Lediglich auf den vierten musste er warten. „Jaume, Lukas, Pablo, Mats und Matwe Middelkoop stehen Gewehr bei Fuß. Sie wollen alle spielen“, erläutert Irmler.

Munar, Andujar und Rosol waren in den jeweiligen Turniere früh gescheitert und hätten kommen können. Irmler entschied sich jedoch dafür, Middelkoop (Doppel-WR 31) und seinen Doppel-Partner Sander Arends (Doppel-WR 60) in seine Grün-Weiß-Reisegruppe zu beordern. „Die beiden haben in Wimbledon in der zweiten Runde nur ganz knapp gegen die beiden US-Amerikaner Jack Sock und Mike Bryan verloren. Sock/Bryan haben das Wimbledon-Finale erreicht. Das zeigt, wie gut unsere beiden Niederländer sind. Und Matwe spielt auch sehr gut Einzel“, so Irmler. „Wir sind gut aufgestellt.“

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Ob das aber reicht, um nach dem überraschenden 6:0 Erfolg gegen den Deutschen Meister BW Halle, der den Rochusclub an die ­Tabellenspitze spülte, den zweiten Sieg einzufahren, ist fraglich. „Mannheim ist ambitioniert, deutscher Meister zu werden. Sie werden zu Hause volle Kanne auffahren“, vermutet der Teamchef. „Ich kann mir sogar vorstellen, dass sie Dominic Thiem aufstellen.“ Thiem ist Weltranglistensiebter und braucht nach seiner verletzungsbedingten Niederlage in der ersten Runde in Wimbledon wieder Spielpraxis für die anstehende Sandplatzsaison und seinen Auftritt beim seinem Heimturnier im österreichischen Kitzbühel.

Aber auch ohne Thiem kann Mannheims Kaderplaner Gerald Marzenell fünf Wimbledon-Starter auf die Courts bringen. „Mindestens drei aus den Top 100 der Weltrangliste und zwei aus den Top 50 werden spielen“, verspricht der Chef des aktuellen Tabellenzweiten. Neben Doppel-Olympiasieger Marc Lopez werden auch der Sandplatz-Spezialist Federico Delbonis (WR 88) und Maximilian Marterer (WR 48) für Grün-Weiß aufschlagen. Unterstützung erhält er von seinem Davis-Cup-Kollegen Peter Gojowczyk (WR 39). Verzichten müssen die Mannheimer jedoch auf Damir Dzumhur (WR 23), den eine Rückenverletzung plagt.

Wer den Bosnier ersetzen wird, lässt Marzenell offen. „Wir haben einige Möglichkeiten. Klar ist, dass Gojowczyk oder Marterer an eins spielen werden. Wir fürchten Düsseldorf nicht, aber der nötige Respekt ist auf jeden Fall da“, so Marzenell.