Rhein Vikings verlieren, aber Nachwuchsleute überzeugen.

2. Handball-Bundesliga : Vikings-Youngster Görgen und Klause überzeugen

Die Nachwuchsspieler sind Lichtblicke beim 26:34 des Handball-Zweitligisten HSV Hamburg. Am Abstieg der Spielgemeinschaft gibt es aber schon lange keine Zweifel mehr.

20. Niederlage im 23. Saisonspiel – und dennoch wird beim Handball-Zweitligisten HC Rhein Vikings kein Trübsal geblasen. Die Ergebnisse beim abgeschlagenen Tabellen-Schlusslicht sind ohnehin seit geraumer Zeit zweitrangig. Wesentlich wichtiger ist den Verantwortlichen mit Blick auf den Neuanfang in der dritten Liga ab dem Sommer eine Entwicklung der jungen Mannschaft. Und diesbezüglich hatte der Coach Jörg Bohrmann einige positive Eindrücke mit im Gepäck, als die Mannschaft nach dem 26:34 beim HSV Hamburg mit dem Bus die Heimfahrt nach Düsseldorf antrat.

„Am Anfang des Spiels standen wir defensiv gut, hatten aber große Schwierigkeiten im Angriff“, analysierte Bohrmann am Tag nach dem Spiel. Die defensive 6:0-Abwehr der Hamburger habe seiner Mannschaft Probleme bereitet. Der Coach reagierte und brachte einen zusätzlichen Feldspieler. Danach habe sein Team einen besseren Zugriff bekommen, konnte den zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand bis zur Halbzeit auf 11:14 verkürzen.

Beim 16:17 und 17:18 waren die Vikings nach den ersten rund zehn Minuten der zweiten Hälfte zweimal dicht am Ausgleich. „Bei einem Unentschieden hätte das Spiel kippen können. Wir machen dann aber zwei Fehler und der Gegner zieht auf drei Tore weg“, ärgerte sich Bohrmann über die verpasste Chance, „da fehlt einfach noch etwas die Erfahrung, deswegen mache ich da gar keinem einen Vorwurf.“ Sein Team hätte „mehr Geduld haben“ sollen, anstatt den Erfolg erzwingen zu wollen.

Mit zunehmender Spieldauer schwanden bei dem jungen Vikings-Team jedoch die Kräfte, sodass der HSV noch davonziehen konnte. „Die acht Tore Unterschied waren natürlich schade, ich hätte es gerne offener gestaltet“, haderte Bohrmann mit dem klaren Endergebnis. „Insgesamt bin ich aber für unsere Verhältnisse zufrieden, ich habe viele gute Ansätze bei den jungen Spielern gesehen.“

Insbesondere den beiden Youngstern Til Klause (17 Jahre) und Moritz Görgen (19) bescheinigte der Coach jeweils ein „starkes Spiel im Angriff“. Görgen war zugleich mit sechs Treffern der zweitbeste Vikings-Werfer. Nur Christian Hoße war mit neun Toren, davon sieben per Siebenmeter, erfolgreicher.

Getrübt wurde die Auswärtsfahrt durch die schwere Verletzung von Tim Schröder. Der 17-Jährige musste das Spielfeld zehn Minuten vor Spielende mit einer Knieverletzung verlassen. Laut Bohrmann besteht der Verdacht, dass der Meniskus und das Kreuzband lädiert wurden, was eine entsprechend lange Ausfallzeit bedeuten würde.