Rather SV: Zusammenhalt ist das Geheimnis

Fußball-Landesliga : Zusammenhalt ist das Geheimnis

Prächtig läuft es aktuell für die Landesliga-Fußballer des Rather SV. Doch eine Baustelle hat Trainer Andreas Kusel ausgemacht: die mangelnde Kreativität bei eigenem Ballbesitz. Im Januar möchte er mit seinem Team ein Trainingslager in der Türkei absolvieren.

Die Freude ist Andreas Kusel anzumerken. „Der Verein wächst“, sagt der Trainer des Fußball-Landesligisten Rather SV zufrieden. Auch der aktuelle Trend geht in die richtige Richtung. Nach dem achten Platz in der Vorsaison steht die Kusel-Truppe aktuell auf dem vierten Rang – mit 32 Punkten nach 16 Spielen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt sieben Zähler weniger. „Wir können hochzufrieden sein mit der Punkteausbeute und dem Tabellenplatz“, bilanziert Kusel und gibt vorerst bis zur Winterpause ein neues Ziel aus: „Wir wollen uns unter den ersten fünf Teams etablieren.“

Seitdem der 43-Jährige vor rund zwei Jahren das Kommando in Rath übernommen hat, geht es mit den Schwarz-Weißen beständig bergauf. Im Sommer trat Armin Herzig als Vorsitzender des Vereins zurück, sein Nachfolger wurde Manfred Keusen. „Er kümmert sich um viele Sachen, hat immer ein offenes Ohr, gerade auch für die jüngeren Spieler“, lobt Kusel und prognostiziert: „Die Zukunft wird unter seiner Führung professioneller sein.“

Doch nicht nur auf der Vorstandsebene haben sich die Rather neu aufgestellt, auch der Landesliga-Mannschaft verpassten die Verantwortlichen vor der Saison ein neues Gesicht. „Es ist das Ziel des Vereins, wegzukommen von den utopischen Gehältern und dafür Spieler aus der Region zu verpflichten, die Bock haben, in der Landesliga zu spielen“, erläutert der Trainer, „charakterlich ist es die sauberste und vom Zusammenhalt her beste Mannschaft der letzten zehn Jahre.“ So stünden die Spieler auch abseits des Fußballplatzes miteinander in Kontakt „und wenn einer Hilfe braucht, wird er unterstützt“. Dieser Zusammenhalt dürfte die Basis für den sportlichen Erfolg in der bisherigen Hinrunde darstellen.

Zugleich sieht der Trainer jedoch noch eine größere Baustelle. Mit Blick auf die Niederlagen gegen den Stadtrivalen MSV (1:2) und den SV Burgaltendorf (0:2) konstatiert Kusel: „Wir haben immer noch Probleme, wenn wir das Spiel selbst gestalten müssen.“ Man punkte zwar gegen Teams aus dem oberen Drittel, „sobald wir aber kreativ werden müssen, sehen wir Defizite“. Hier eine Verbesserung herbeizuführen, ist eines der Vorhaben für die Rückrunde. Doch Kusel hält den Ball flach: „Es wird schwierig, die selben Punkte einzufahren wie in der Hinrunde, weil sich die Mannschaften auf uns einstellen.“

Den Feinschliff für den Saison-Schlussspurt nach den Weihnachtstagen wollen sich die Rather im Rahmen eines Wintertrainingslagers im türkischen Belek holen. Mitte Januar möchte Kusel seine Schützlinge für fünf Tage unter der Sonne versammeln: „So ein Trainingslager würde ich gerade den jüngeren Spielern gerne bieten.“ Die Planungen befänden sich aktuell in der finalen Phase.

Transfers seien hingegen nach jetzigem Stand nicht geplant, betont der Coach: „Ich möchte das Mannschaftsgefüge nicht sprengen.“ Er führe jedoch Gespräche mit Akteuren, die mit ihren aktuellen Einsatzzeiten unzufrieden sind. Und: „Wenn sich ein qualitativ guter Spieler, der auch noch einen sauberen Charakter hat, anbietet, hören wir uns das selbstverständlich an“, sagt Kusel, der ab Januar auch auf den dann spielberechtigten Torhüter Kevin Pfaff zurückgreifen kann. „Er hat sich super eingefügt. Wir werden sehen, wer im Tor die Nase vorne hat.“ Max Möllemann, der bisherige Stammkeeper, ist seit einigen Wochen verletzt. „Trotzdem stellt er sich jeden Sonntag zur Verfügung“, betont Kusel.

Der 43-Jährige hofft zudem, dass Ibrahim Dogan nach der Winterpause wieder dabei sein wird. Der Stürmer stand in der Hinrunde wegen seiner Pilotenausbildung kaum zur Verfügung, absolvierte nur drei Partien. „Von der Qualität her ist er mit einer der besten Spieler, die wir haben, er wird gebraucht“, sagt der Trainer. Es bleibt auf jeden Fall spannend, wo der Weg des Rather SV in dieser Saison hinführen wird.

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