1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Lokalsport

Lokalsport: Ramírez muss schnell wieder aufstehen

Lokalsport : Ramírez muss schnell wieder aufstehen

Heinrich Schmidtgal erlitt einen Riss des Syndesmosebandes. Er wird heute operiert und fällt wieder drei Monate aus.

Welch katastrophale Folgen das Foul des Paderborners Alban Meha in der 40. Minute haben würde, konnte niemand ahnen. Der Ostwestfale hatte Heinrich Schmidtgal im Mittelfeld unsanft von den Beinen geholt. Der Nationalspieler Kasachstans musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Cristian Ramírez, der Sekunden später einen Blackout hatte und das zweite Gegentor verschuldete. Weitaus schlimmer als das Resultat des Spiels (1:6) ist für Schmidtgal aber die Diagnose, die gestern Nachmittag die Bilder lieferten: das Syndesmoseband ist gerissen. Der 27-Jährige wird heute operiert und fällt drei Monate aus.

"Das ist natürlich eine schlimme Diagnose", sagte Trainer Mike Büskens nach dem Nachmittagstraining. "Es tut mir für Schmidti unheimlich leid, weil er sich gerade herangearbeitet hatte."

Fast ein Jahr lang war Heinrich Schmidtgal außer Gefecht. In zahlreichen Sonderschichten hatte er ein Reha-Programm bei Bernd Restle absolviert. Und zum Schluss hatte er geflucht: "Ich habe keinen Bock mehr, ich will endlich spielen." Gegen Fürth hatte er sein Comeback gefeiert, war in Ingolstadt beim zweiten Sieg in Folge dabei und schied dann gegen Paderborn aus. "Das ist für ihn natürlich ganz bitter", sagt Büskens mitfühlend.

Cristian Ramírez, der vor dem Spiel angekündigt hatte, auf seine Chance zu warten, um dann bereit zu sein, war es nicht. Nur Sekunden nach seiner Einwechslung unterlief ihm der dicke Schnitzer. "Wir leisten uns zu viele individuelle Fehler. Ramirez war ein Beispiel", meinte Vorstand Paul Jäger. "Für einen solchen Aussetzer habe ich überhaupt kein Verständnis."

Das ist verständlich, denn Ramírez ist nicht ein Nachwuchsspieler einer Hobbymannschaft, sondern ein gut bezahlter Profifußballer, der davon träumt, mit Ecuador bei der Weltmeisterschaft in Brasilien zu spielen.

Von seinen Mitspielern wurde er getröstet und dann in die Pfanne gehauen. Sie krempelten nämlich nicht die Ärmel hoch, um die Scharte ihres Kameraden auszuwetzen, sondern ließen sich auf geradezu erbärmliche Weise gehen und "abschlachten", wie Kapitän Lambertz formulierte.

Am Freitag in Aalen müssen die Spieler einiges zeigen, wiedergutmachen können sie das Debakel nicht. Heinrich Schmidtgal hat da ganz andere Sorgen.

(RP)