Ohne die Paczias gäbe es den TuS Nord gar nicht: Ein Leben für Rollhockey

Rollhockey : Ein Leben für Rollhockey

Ohne die Paczias gäbe es den TuS Nord gar nicht. Die Familie spielt in der vierten Generation Rollhockey.

Leon ist mit neun Jahren der Älteste, André folgt mit sieben und Louie mit drei Jahren – und für diese drei Jungen gibt es nur grün als Lieblingsfarbe. Denn grün ist die Vereinsfarbe des TuS Nord. Und wenn man nun weiß, dass die drei Sprößlinge mit Nachnamen Paczia heißen, dürfte vielen bereits klar sein, dass es um den Rollhockeysport beim Verein mit Heimat an der Eckenerstraße geht. Denn ohne die Begeisterung von den Paczias gäbe es den Klub wahrscheinlich gar nicht.

Das begann im Jahre 1957, als Opa Roland nach dem Umzug von Chemnitz nach Düsseldorf die Rollhockey-Abteilung beim TuS Nord gründete und den Ausbau der Turnhalle im Norden Düsseldorfs vorantrieb. Die Erweiterung zu einer Spielstätte für Rollhockey war 1961 abgeschlossen. „Wir spielten damals noch unüberdacht unter freiem Himmel“, sagt seine Tochter Bärbel Paczia. Später wurde unter einem Zeltdach gespielt, ehe 2003 eine feste Überdachung folgte. Praktischerweise lebte die Großfamilie (die Großeltern Neubauer, Tochter Bärbel mit Ehemann Lothar Paczia und deren Kinder Andreas, Tobias, Nicole und Daniela) bis 1989 im Haus unmittelbar neben der Halle. Da wundert es nicht, dass Rollhockey im Leben der Paczias im Mittelpunkt stand und bis heute steht. „Wir zwingen niemanden zum Rollhockey beim TuS“, versichert Bärbel Paczia lächelnd. Sie ist inzwischen mehrfache Oma.

Aber auch in der vierten Generation ist bei den Paczias ein Leben ohne Rollhockey und den TuS fast undenkbar – und irgendwie sinnlos. So war Mike Neubauer, der Bruder von Bärbel, der erste Rollhockey-Profi in der Familie, später machte er sich als Damen-Nationaltrainer und Trainer der Herren-Mannschaft des TuS einen Namen. Seine Schwester Bärbel stand jahrelang im Tor des Damen-Teams und hat danach bis zum heutigen Tag überall da im Verein geholfen, wo es nötig war. Ehemann Lothar kam ebenfalls mehrfach zu Hilfe, wenn irgendwo beim TuS „die Rollschuhe drückten“, wie er sagt. Ihre vier Kinder Andy (jetzt 38 Jahre alt), Nicole (36), Dani (32.) Toby (30) standen schon in frühsten Jahren auf Rollschuhen und spielten für den TuS in den Kinder- und Jugendteams bis hin zu den Bundesliga-Mannschaften.

Nicole war zeitweise als Profi-Spielerin in Spanien aktiv, Andy wechselte zu anderen Klubs in Deutschland. Ihre sportliche Heimat blieb aber immer der TuS Nord. So ist es auch für Leon, André und Louie keine Frage,dass sie Rollhockey spielen. Ihre Mutter Daniela hat als damals Dreijährige in der Pampers-Gruppe, die vom jetzigen Vorsitzenden Klaus Nuber geleitet wurde, zum ersten Mal auf der Bahn gestanden. „Wie heute auch noch, lernt man dabei erst einmal mit Rollschuhen an den Füßen gehen“, erinnert sie sich an ihre Anfänge auf Rollschuhen. Das haben ihre beiden Ältesten bereits hinter sich. Stolz erzählt die Mama, dass Leon mit der U9 des TuS Deutscher Vizemeister geworden ist. Und André habe in seiner Mannschaft auch schon „das absolute Paczia-Talent für Rollhockey“ bewiesen. „Leon und André könnten die neuen Torjäger des TuS werden“, glaubt sie und lächelt. Louie macht jetzt mit drei Jahren ähnlich wie seine Mutter in dem Alter erste Versuche, nur dass seine Anfänger-Gruppe jetzt den Namen „Next Generation“ hat.

Und damit nicht genug hat Daniela Paczia vor wenigen Wochen sogar einen vierten Sohn bekommen. „Er heißt Alex und liegt in einem natürlich grünen Body in seinem Bettchen“, sagt die Mutter, die selbstverständlich für eine Paczia so schnell es nach der vierten Schwangerschaft ging, wieder für den TuS Rollhockey spielte. Und, wie es an den Genen der Paczias zu liegen scheint, sehr erfolgreich. Fünf Tore erzielte sie.