Oberliga: Turu enttäuscht trotz knappem Sieg

Oberliga : Turu enttäuscht trotz knappem Sieg

Turu und der SC West reißen keine Bäume aus, landen aber knappe Siege.

Turu – VfB Speldorf 1:0. Als die Partie zwischen der Turu und dem VfB Speldorf in der Fußball-Oberliga zu Ende war und sich die Spieler beider Mannschaften wie üblich auf dem Rasen zusammengestellt hatten, konnte man auf den ersten Blick nicht erkennen, dass die Oberbilker die Sieger waren. Die Akteure von der Feuerbachstraße, die immerhin mit 1:0 gewonnen hatten, standen um ihren Trainer Samir Sisic herum und wirkten ähnlich betrübt wie die Gäste aus Mülheim.

Deren Traurigkeit war wenigstens auf Anhieb zu verstehen, denn mit ihrer 15. Saisonniederlage ist der Speldorfer Abstieg aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr zu vermeiden. Mit den drei Punkten gegen den VfB kommt die Turu hingegen auf 39 Punkte, und die Spieler hätten an sich allen Grund zur Freude gehabt. „Wir haben zwar gewonnen, aber wir alle waren mit der Art, wie wir heute Fußball gespielt haben, nicht zufrieden“, erklärte Trainer Sisic.

Diese Unzufriedenheit teilten sie ganz bestimmt mit den Zuschauern der Partie, die nur in wenigen Szenen – und dann auch lediglich in Ansätzen – Oberliga-Niveau bot. Konnte man beim Tabellen-Vorletzten aus Speldorf dafür und auch für die vorwiegend defensive Spielweise noch Verständnis haben, so fiel eine Zurückhaltung in der positiven Beurteilung des Turu-Auftritts mit zunehmender Spieldauer immer schwerer.

Dabei hätten die Oberbilker nach ihrem Führungstor nur die vorhandene Qualität auf den Platz bringen müssen, um am Ende eine gute Beurteilung zu erhalten. Doch der Treffer durch eine schöne Direktabnahme von Kapitän Saban Ferati keine positive Wirkung. Selbst der durchaus umstrittene Platzverweis gegen Speldorfs Torhüter Martin Hauffe nach einer Notbremse gegen Jacub Przybylko brachte trotz der 45-minütigen Überzahl keine deutliche Besserung ins Spiel der Turu. Dass der Gast aus Mülheim in Ermangelung eines Ersatzkeepers mit Ken Akiyama einen für die Postion des Schlussmannes viel zu kleinen Spieler ins Tor stellen musste, beflügelte die Gastgeber auch nicht. Akiyama blieb in Hälfte zwei fast beschäftigungslos.

FSV Duisburg – SC West 1:2. Plötzlich wurde es noch einmal wild in der Partie zwischen dem SC West und dem FSV Duisburg. Nach einem Foulspiel an Wests Milan Senic gerieten Konstantinos Moulas und FSV-Akteur Arman Corovic aneinander. Letztgenannter deutete eine Kopfnuss an, sah dafür zunächst Gelb und holte sich wegen einer Anschlussäußerung in Richtung des Schiedsrichters noch die Ampelkarte ab. Nach dem vorherigen Platzverweis für Wests Maciej Zieba (Gelb-Rot wegen Meckerns) war für die Schlussminuten Gleichzahl geschaffen. Dies erleichterte es den Westlern, den 2:1-Sieg schadlos über die Zeit zu bringen.

Dass die Oberkasseler ihre Pflichtaufgabe erfüllen würden, zeichnete sich in den ersten 20 Minuten allerdings noch nicht ab. Die Hausherren begannen druckvoll und hätten sich durch einen Lattentreffer von Marvin Matten beinahe belohnt. Dieser Schreckmoment war zugleich ein Weckruf für die Oberkasseler. Der für Jeff Gyasi in die Innenverteidigung gerückte Marvin Commodore dirigierte seine Vorderleute fortan lautstark – und Marcel Ewertz leistete als einziger „Sechser“ im 4-1-4-1-System Aufräumarbeit.

Dadurch konnte die offensive Viererkette – und namentlich Shunya Hashimoto – Akzente in der Offensive setzen. Als der Japaner nach einem Dribbling zunächst knapp scheiterte, war es Fabian Stutz, der den Abpraller mit viel Geschick ins Netz beförderte. Die 1:0-Führung brachte den Westlern das nötige Selbstbewusstsein, um auch die taktischen Maßnahmen besser umzusetzen. Ein Paradebeispiel für das situative Pressing des SCW war dann das 2:0. Simon Deuß setzte die Verteidigung massiv unter Druck, stibitzte seinem Gegenspieler den Ball und behielt das Auge für den mitgelaufenen Senic. Obwohl es nach dem Anschlusstreffer des FSV noch einmal hektisch wurde, konnte der SCW die Zeit einigermaßen schadlos überstehen. „Wir mussten in der zweiten Halbzeit das Heft des Handelns in die Hand nehmen und haben uns folgerichtig belohnt“, sagte Teammanager Manuel Haber.

Mehr von RP ONLINE