Galopprennen : Mystic Lips siegreich

Das wichtigste Rennen auf dem Grafenberg startete ohne die Favoritin. Miramare weigerte sich beim Henkel-Preis der Diana in die Box zu gehen. Das bedeutet erhebliche Umsatzverluste für den Veranstalter.

<

p class="text">Die Grundlage der Finanzierung von Pferderennen ist der Wettumsatz. Im Schnitt rund 70 Prozent der Einsätze werden an die Wetter zurückgezahlt, mit dem Rest werden die Rennpreise bezahlt. So gesehen war es eine Art Super-Gau, der dem Düsseldorfer Reiter- und Rennverein kurz nach 17 Uhr widerfuhr. Miramare, die heiße Favoritin im Henkel-Preis der Diana, weigerte sich schlichtweg, ihre Startbox zu beziehen. Dabei hatte ihr Team alle Vorkehrungen für einen reibungslosen Start getroffen: Man hatte die äußere Startbox beantragt, damit sie als letzte hereingehen konnte, hatte ihr zusätzlich Ohrenstöpsel besorgt, damit sie unbeeindruckt von allem Trubel bleiben konnte. Es hatte alles nichts geholfen. Miramare ging einfach nicht in ihre Box, das wichtigste Rennen des Grafenberger Rennjahres ging ohne die Favoritin auf die Reise.

<

p class="text">In nüchternen Zahlen ausgedrückt, bedeutete dies einen erheblichen Umsatzverlust für den Veranstalter. 51000 der gewetteten 129000 Euro mussten zurückgezahlt werden, was die Bilanz natürlich erheblich verdarb. Dass zudem die TV-Bilder in der ersten Hälfte der Veranstaltung wegen einer technischen Panne nicht in die Buchmacherläden übertragen werden konnten, waren ein zusätzliches Manko.

<

p class="text">Der guten Stimmung auf der Bahn tat das keinen Abbruch. Besonders guter Laune verließ natürlich Hans-Dieter Lindemeyer die Bahn. Der Unternehmer aus Taucha war schon als kleiner Junge auf der Rennbahn in Leipzig herum gelaufen, mit dem Sieg von Mystic Lips im wertvollsten Stutenrennen der Geschichte des deutschen Rennsports erfüllte sich ein Lebenstraum. Dabei hatte er zu Beginn seiner Karriere als Rennstallbesitzer viel Lehrgeld zahlen müssen, hatte weniger aufregende Pferde für teures Geld erworben. Stets war der Kölner Trainer Andreas Löwe der Mann seines Vertrauens gewesen.

Und der beendete ausgerechnet am Diana-Tag eine mehrwöchige Pechsträhne. Gerade einmal zwei Rennen hatte er bis dato aus seinem fünfzig Köpfe zählenden Stall in Köln in diesem Jahr gestellt, gestern waren es neben Mystic Lips noch zwei andere. Besonders als Trainer von Stuten hat er sich in den vergangenen Jahren einen guten Namen gemacht. "Das ist eher Zufall", glaubt er, "Hengste sind oft teurer in der Anschaffung, Stuten sind günstiger zu haben. Da haben wir halt in jüngerer Zeit viel Glück gehabt." Im Rahmenprogramm setzte vor allem ein Jockey Akzente: Ex-Champion Andrasch Starke, in letzter Zeit eher weniger im Blickpunkt, gewann gleich vier Rennen. Alte Klasse bleibt halt immer bestehen.

(RP)