Tennis-Bundesliga: Munars Nervenstärke entscheidet

Tennis-Bundesliga : Munars Nervenstärke entscheidet

Einen großen Schritt in Richtung Tabellenspitze machte der Rochusclub am Freitagabend durch den 5:1-Erfolg über den TC Weinheim. Dabei zeigte Jaume Munar teilweise, warum er in Spanien als größtes Talent seit Rafael Nadal gilt.

Wahrscheinlich gibt es am morgigen Sonntag ein Wiedersehen zwischen Tennisspieler Jozef Kovalik (Weltrangliste 165) und Rochusclub-Bundesligateamchef Detlev Irmler. Vor der Saison hatte Kovalik nach sechs Jahren im Dress der Düsseldorfer Irmler den Rücken gekehrt und am Sonntag steht die Bundesligapartie der Düsseldorfer bei Kovalik neuem Arbeitgeber TuS Hämmerling TuS Sennelager an. „Wir sind immer noch befreundet. Jozef hat mich gefragt, was er denn machen soll, als die Angebote kamen“, ­erläutert der Teamchef. „Bei einem Angebot bis zum Doppelten vom Rochusclub wäre er geblieben. Weil es aber das Dreifache war, habe ich gesagt, er muss wechseln. Beim Dreifachen hört die Freundschaft eben kurz mal auf.“

So steht der 26-Jährige Slowake diesmal auf der anderen Seite des Netzes und versucht, dem Mann unter dessen Betreuung er seinen ersten Challenger-Titel gewann, möglichst keine Punkte zu überlassen. 2014 hatte Kovalik unter Coach Irmler das Turnier in Meerbusch gewonnen. Der Rochusclub-Teamchef kennt Kovaliks Leistungsstärke also aus dem Effeff. Sowieso hat Irmler Respekt vor den Sennlagern. „Es gibt keine Pflichtsiege mehr. Alle in der Liga spielen ein unglaubliches Tennis“, meint Irmler.

Und doch fahren die ­Düsseldorfer, die mit Juan Ignacio Londero (WR 60), Pablo Andujar-Alba (WR 78), Ricardas Berankis (WR 77), Lukas Rosol (WR 129) und Henri Squire antreten werden, als Favoriten nach Paderborn.

Aus dem TuS-Lager ist lediglich der Franzose Antoine Hoang als Nummer 103 höher platziert als einer der Rochusclub-Aktiven. Hoang aber hatte bisher in den zwei ­Ligabegegnungen noch keinen Einsatz.

Als Stammkräfte haben sich bisher Kovalik und Dragos Dima (WR 330) herauskristallisiert. Je einmal standen Alexey Vatutin (WR 202), Frederico Ferreira (WR 296), Arthur Rinderknech (WR 373), David Pel (Doppel-WR 124) und Philipp Sscholz im Sennelager-Aufgebot. „Die Begegnung beim TuS ist wichtig für uns. Danach wissen wir in welche Richtung unsere Reise geht“, so Irmler.

Einen großen Schritt in Richtung Tabellenspitze machte der Rochusclub am gestrigen Freitagabend durch den 5:1-Erfolg über den TC Weinheim. Dabei zeigte Jaume Munar (WR 90) teilweise, warum er in Spanien als größtes Tennistalent seit Rafael Nadal gilt. Der 22-Jährige zeigte im Champions Tiebreak gegen Andrea Arnaboldi (WR 219) sein Potential, spielte risikobereit, druckvoll, streute aber ein paar unnötige Fehler ein.

Dank seiner Nervenstärke holte Munar mit 10:8 den Punkt für den Rochusclub. „Vom Ergebnis her ist es eindeutig, aber Weinheim hat uns das Leben schwer gemacht und auf Augenhöhe agiert. Zum Glück haben wir die Big Points geholt“, urteilt Irmler.

Mehr von RP ONLINE