Lokalsport: Münstermanns schönster Irrtum

Lokalsport : Münstermanns schönster Irrtum

Der Radschläger gewinnt Silber und Bronze bei der Bahnradmeisterschaft.

Irren ist menschlich. Und wenn es passiert ist, ist es meistens ärgerlich. Doch im Falle von Per Christian Münstermann ist es erfreulich, dass sich der junge Mann von der SG Radschläger geirrt hat. Münstermann behauptete fast die ganze Radsportsaison über, dass er kein Bahnfahrer sei. Doch bei der Deutschen Bahnradmeisterschaft in Berlin bewies er sich selbst das Gegenteil. Sozusagen zum Aufwärmen sicherte sich Münstermann am ersten Tag die Bronzemedaille in der U17-Einer-Verfolgung. Zwei Tage später gewann der Radschläger die Vizemeisterschaft im Punktefahren. Zwischendrin landete der 16-Jährige noch mit der NRW-Auswahl auf Platz vier in der Mannschaftsverfolgung. "Ich habe gedacht, dass die 2000 Meter bei der Einzelverfolgung für mich zu kurz sind. Ich wäre mit Platz fünf zufrieden gewesen", sagt Münstermann grinsend. "Ins Punktefahren konnte ich ohne Stress rein gehen, ich hatte ja schon eine Medaille. Dass ich dann Zweiter geworden bin, hat mich selbst überrascht." Diese Erfolge ließen ihn in seiner Überzeugung dennoch nicht wanken. Noch immer gehört seine radsportliche Vorliebe der Straße.

Und auch dort wusste er zu überzeugen. So war Münstermann Mitglied im NRW-Auswahlteam für die U17-DM im Vierer-Mannschaftszeitfahren auf der Straße. Nach 40 Kilometern wilder Jagd war nur das Team des Radsportverbands Rheinland-Pfalz etwas schneller. "Es hat etwas gedauert, bis ich das Ergebnis der Bahn-DM auf der Straße egalisiert habe. Rückblickend auf die Saison kann ich zufrieden sein", so Münstermann. Kein Wunder, stand er doch insgesamt viermal ganz oben auf dem Siegerpodest. Zum Saisonabschluss nochmal beim Münsterland Giro. Dort gewann er mit 40 Sekunden Vorsprung.

Münstermanns Können war auch dem U17-Bundestrainer nicht verborgen geblieben. Der Düsseldorfer fuhr u.a. bei der ASKÖ/ARBÖ Radjugendtour in Österreich und beim Criterium Europeen de Jeunes in Luxemburg im Nationaltrikot. Doch einen Rückschlag musste Münstermann verdauen. Er wollte bei den Europäischen Jugendspielen in Tiflis (Georgien) dabei sein. "Drei Fahrer wurden hingeschickt, ich wurde als Ersatzfahrer nominiert."

(RP)
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