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Lokalsport: Meister-Duo wird gesprengt

Lokalsport : Meister-Duo wird gesprengt

Nationale Titel durfte Tusa 06 schon so einige feiern. So waren die Tischtennisspieler des Vereins viermal in Serie Deutscher Mannschaftsmeister (ab 1962). Im Beachvolleyball aber hatte der Name Tusa bisher keine Bedeutung.

"Das war unerwartet. Ich hatte in den letzten zwei Jahren viel mit Verletzungen zu kämpfen und war häufiger in der Reha als auf dem Trainingsplatz", sagt Wickler. So konnte der Abwehrspieler nach einem Fußbruch im Frühjahr erst drei Wochen vor dem Titelkampf wieder ins Training einsteigen. "Es war alles ein bisschen durcheinander", bestätigt Holler. "Da kam der Titel auch für mich überraschend."

Es ist schon eher eine kleine Sensation, denn vier Wochen vor der Meisterschaft eröffneten ihnen die Bundestrainer, dass sie zukünftig nicht mehr zusammenspielen werden. Mitspracherecht hatten die Sportler nicht. "Es schwingt schon einiges an Wehmut mit. Mit Tim zu spielen, hat einfach richtig Spaß gemacht. Aber jetzt ist es so, wie es ist", sagt Wickler. Für Holler kam es ganz dick, er fliegt auch aus dem Nationalkader raus. Die Motivation für die Jagd nach Erfolgen rutschte in den Keller. "Wir hatten nichts mehr zu verlieren, da sind wir ganz locker ans Werk gegangen", verrät Holler. Locker, aber erfolgreich, denn in ihren fünf Begegnungen bis zur Meisterschaft gaben sie nur einen Satz ab - im Finale gegen Sebastian Fuchs/Eric Stadie (Berlin).

"Für mich war es wichtig, nochmal was gewonnen zu haben. Durch den Titel habe ich bewiesen, dass ich zu den besten Beachvolleyballern in Deutschland zähle. Die Entscheidung der Bundestrainer ist für mich nicht zu hundert Prozent nachvollziehbar", meint Holler. Die beiden Tusaner haben die Verantwortlichen im deutschen Beachvolleyball jedenfalls gehörig unter Rechtfertigungsdruck gesetzt. Wie es genau weiter geht, wissen beide noch nicht.

Dem Sportsoldaten und Studenten der Wirtschaftswissenschaften Wickler ist noch kein neuer Partner zugewiesen worden. Wirtschafts-Ingenieur-Student Holler hat seine sportliche Karriere sogar kurzfristig komplett in Frage gestellt. "Nach dem Titel habe ich aber richtig Lust, auch nochmal international anzugreifen", erklärt der 2,03 Meter-Hüne. Dafür muss er aber einen Partner, Trainerteam und Sponsoren finden. Auch als Einzelspieler haben beide Interesse daran, über die Tusa von der Sportstadt gefördert zu werden. Beide haben nämlich ehrgeizige Ziele. Die Olympischen Spiele in Tokio 2020 sollen es bitteschön sein. Die Chancen für Wickler sind besser als für Holler.

(RP)