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Manfred Steffny: Ein Leben fürs Laufen

Laufen : Ein Leben fürs Laufen

Manfred Steffny ist gerade 80 Jahre alt geworden und hat ein Buch über seine sportliche Karriere geschrieben. Der frühere Olympia-Teilnehmer war als Läufer, und Trainer erfolgreich. Nach seinem Karriereende war er Pionier in Sachen Laufseminare und Laufreisen.

Laufen hält jung. Wenn es dafür noch einen Beweis braucht, dann ist Manfred Steffny der beste. Der Langstreckenläufer hat gerade seinen 80. Geburtstag gefeiert, legt immer noch wöchentlich etwa 50 Kilometer im Laufschritt zurück und ist voll berufstätig. „Ich habe einen Ruhepuls von 45“, sagt er stolz. Gerade hat der Gründer und Chefredakteur des Laufmagazins „Spiridon“ in seinem Verlag ein Buch mit dem Titel „Nicht immer leichtfüßig – Mein erstes Leben“ herausgegeben. Darin beschreibt der frühere Weltklasseläufer seine Erlebnisse bis 1973, als er seine Leistungssportkarriere beendete. Selbstverständlich ist eine Fortsetzung seiner Biographie  bereits in der Planung, darin will er seine Geschichte weitererzählen.

Ob der frühere Marathon-Läufer sich noch einmal auf die 42-Kilometer-Strecke begeben wird? „Ich weiß es noch nicht“, sagt er. „Gerade gibt es ja keine Gelegenheit dazu. Aber ich hoffe, dass es bald wieder Volksläufe gibt. Ich würde mich gerne mit meinen Alterskameraden messen und in der Altersklasse 80 antreten.“ Seinen bislang letzten Marathonlauf absolvierte er als 76-Jähriger in Berlin. Dort hatte er exakt ein halbes Jahrhundert zuvor seinen ersten Wettbewerb auf dieser Distanz bestritten und auf Anhieb gewonnen.

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 Der gebürtige Trierer, der seit vielen Jahren in Erkrath lebt, entdeckte sein läuferisches Talent als Kind. In der Altersklasse Schüler A gewann er 1955 die Kreismeisterschaft im Waldlauf. Seine Karriere verlief danach rasant: 13 Jahre später verbesserte er als Läufer von Bayer 04 Leverkusen mit 2:17:14 Stunden den deutschen Marathon-Rekord und startete in Mexico City bei den Olympischen Spielen, wo er mit 2:31:23 Stunden einen starken 17. Platz belegte. Auch bei den Olympischen Spielen in München war er vier Jahre später dabei und wurde mit 2:24:25 Stunden 31. Den Anschlag im olympischen Dorf erlebt er hautnah mit – und schildert seine Gefühle in seinem neuen Buch ausführlich. 1972 lief er auch seine persönliche Bestzeit: In Manchester absolvierte er die 42 Kilometer in 2:16:45 Stunden. Ein erster Platz bei den deutschen Meisterschaften gelang ihm im Einzel nie. „Auf der Zehn-Kilometer- und Marathondistanz wurde ich immer irgendwas zwischen Zweiter und Sechster“, sagt er. Deutscher Meister wurde er 1973 allerdings mit der Mannschaft vom TSV Bayer Leverkusen.

Auch als Trainer war Steffny erfolgreich, führte die frühere Marathon-Weltrekordlerin Christa Vahlensieck und seinen zwölf Jahre jüngeren Bruder Herbert zur Weltspitze. Letzter wurde 1986 in Stuttgart EM-Dritter im Marathonlauf und sechsmal Deutscher Meister. Christa Vahlensieck holte sogar acht nationale Titel und gewann 21 Marathonläufe.

Manfred Steffny war nach seinem Karriereende Pionier in Sachen Laufseminare und Laufreisen. Er führte sie 1978 als erster durch. Und im gleichen Jahr gründete er den Nürburgringlauf. Seine weiteren Leidenschaften neben dem Laufen sind das Lesen („ich habe eine Bibliothek von 4000 Büchern“) und das Schreiben. Und so machte er sich auch als Journalist einen Namen. 1974 verfasste er „Lauf mit“, das im Fischer Taschenbuch-Verlag erschien und als das erste Buch gilt, das sich direkt an Läufer wandte. Sein Werk „Marathontraining“ von 1977 gilt als Klassiker des Genres und wird noch immer gelesen.

1974 gründete er zusammen mit Ernst van Aaken das Laufmagazin „Spiridon“ – es war die erste monatliche Zeitschrift für Läufer. Namensgeber des Heftes war Spiridon Louis, der 1896 in Athen erster Olympiasieger im Marathonlauf gewesen war. Für seine journalistischen Verdienste wurde Steffny mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem bekam er vor fünf Jahren für sein Lebenswerk in Berlin den Horst-Milde-Award überreicht.

Gerade ist übrigends Spiridon-Heft Nummer 508 erschienen. Und es werden sicher noch viele weitere werden, denn der Tausendsassa sprüht immer noch vor Energie...