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Handball: Männer-Team zittert sich zur Handball-WM

Handball : Männer-Team zittert sich zur Handball-WM

Beim Trainingslager im bayerischen Dörfchen Grassau am Chiemsee hatte Martin Heuberger davon gesprochen, dass er eine gewisse Vorfreude auf die besondere Herausforderung verspüre, vor die seine Mannschaft in Sarajevo gestellt wird. Gestern aber mag den Handball-Bundestrainer das nackte Grauen gepackt haben, die Vorfreude durch Furcht ersetzt worden sein.

Aber das peinliche 24:33 (12:15) reichte gegen das zweitklassige Team aus Bosnien-Herzegowina, das beim Hinspiel in Stuttgart beim 24:36 in der ersten Halbzeit (7:18) streckenweise vorgeführt worden war. Das deutsche Team, das die Olympia-Qualifikation verpasst hatte, wendete soeben noch die nächste Enttäuschung ab und ist bei der WM vom 13. bis 27. Januar 2013 in Spanien dabei.

"Wir können nicht mit halber Kraft gewinnen. Wir waren wie gelähmt", kritisierte Heuberger seine Spieler. Neben alten, schon abgestellt geglaubten Mängeln wie vieler Ballverluste und schlechter Chancenverwertung, fehlte es an der Bereitschaft, nach Fehlangriffen rasch in die Abwehr zurückzukehren. So kam der Gastgeber zu leicht erzielten Toren, die eigentlich das deutsche Team machen wollte. "Schwein gehabt. In der zweiten Halbzeit haben wir den Kopf verloren", sagte Abwehrchef Oliver Roggisch. "Wir haben die gegnerischen Spieler nie richtig zu packen bekommen", betonte Linksaußen Uwe Gensheimer.

Auf einen Hexenkessel hatten sich die Gäste vorbereitet, dann aber kamen, trotz freien Eintritts für Kinder und Frauen sowie vieler Freikarten nur 1500 Fans in der Halle (15 000 Plätze). Und die erlebten, wie ihre Mannschaft, in der Torwart Enid Tahirovic (39) — ist nach seinem Abschied aus Göppingen beim HSV Hamburg im Gespräch — lange Zeit ein starker Rückhalt war, die Schwächen des Gegners nutzte und 67 Sekunden vor Schluss mit 33:23 führte.

Zwar scheiterte der Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen, der mit sechs Treffern sein Team halbwegs auf Kurs hielt, an Torwart Nebosja Grahovac, doch den Abpraller nutzte Kreisläufer Christoph Theuerkauf (Lemgo) zum erlösenden 24:33.

(RP)