Lisa Nolte und Antonios Andreopoulos sind Juniorsportler des Jahres.

Sportlerehrung : Große Ehrungen für den Nachwuchs

Lisa Nolte und Antonios Andreopoulos sind Juniorsportler des Jahres.

Die Düsseldorfer Sporttalente machten es der Jury nicht einfach. „Auch diesmal hat die Jury es nicht geschafft, sich auf die sechs offiziell ausgelobten Preise zu beschränken“, erklärte der Geschäftsführer der Stiftung Pro Sport, Meinolf Grundmann, bei der Ehrung der „Düsseldorfer Juniorsportler des Jahres 2019“ im Rathaus. So wurden sieben Nachwuchssportler mit einer kleinen Finanzspritze von 500 Euro für den dritten, 1000 für den zweiten und 1500 für den ersten Platz versorgt. Dabei waren „Wiederholungstäter“ wie Beachvolleyballerin Svenja Müller (TuSA 06) und Taekwondoka Antonios Andreopulos (Sportwerk). Müller konnte ihren Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Sie wurde Zweite und gratulierte ihrer Nachfolgerin Lisa Nolte (Düsseldorfer Hockey Club/DHC. Nolte gewann mit dem DHC die Deutsche A-Jugendmeisterschaft, mit den Damen die Vizemeisterschaft und mit der U21-Nationalmannschaft Europameisterschaftsbronze. Andreopulos sicherte sich den Juniorsportlertitel.

Für Boxer Omar Temurov (TuS Gerresheim) war es hingegen das erste Mal, das er dabei war. Der 15-Jährige erhielt wegen seiner Deutschen U17-Vizemeisterschaft den dritten Preis. „Omar kann bei optimaler Förderung weit kommen“, meint TuS-Boxtrainer Steffen Müller. „Er hat unbedingten Siegeswillen, ist technisch schon sehr stark und koordinativ sehr begabt. Wenn er mental noch etwas drauflegt, kann er jeden in Deutschland schlagen.“

Aber genau die Voraussetzung „optimale Förderung“ ist aktuell das größte Problem. „Omar muss auch international trainieren. Aber weil sein Aufenthaltsstatus ungeklärt ist, darf er Deutschland nicht verlassen. Dadurch gehen im wichtige Impulse und Erfahrungen verloren“, so Müller. Temurov ist Jeside aus Russland und kam vor sechs Jahren nach Düsseldorf. „Ich habe innerhalb von drei Monaten deutsch gelernt. Inzwischen spreche ich so viel deutsch, dass mein russisch langsam verblasst“, verrät der Nachwuchsboxer. Kein Wunder, geht er doch auf die Garather Gesamtschule und trainiert fünfmal wöchentlich. Nur zu Hause, nach dem Training, wenn er mit und gegen seine Eltern Schach spielt, wird seine Muttersprache noch verlangt. Wobei Schach auch nicht gerade als Spiel für Plaudertaschen bekannt ist. „Ich habe früher sehr oft an der Playstation gespielt. Da meinte mein Vater, ich solle mir ein anderes Hobby suchen. So bin ich zum Schach gekommen. Beim Schach trainiere ich meinen Kopf und damit meine mentalen Stärke.“

Temurov ist fokussiert, er weiß genau, was er will. „Zuerst Abitur machen, dann olympisches Gold gewinnen und anschließend Profi-Weltmeister werden“, so skizziert er seinen weiteren Lebensweg. Dafür ist er im Training auch mal übermotiviert. „Ich habe noch nie erlebt, dass ich ihn motivieren musste. Im Gegenteil, ich muss ihn öfter mal bremsen“, sagt Müller. „Ich glaube jedenfalls an Omars Zukunft.“

Die Juniorsportlerinnen des Jahres:1. Lisa Nolte (DHC) Hockey; 2. Svenja Müller (DJK TuSA 06) Beachvolleyball; 3. Inga-Marie Hofmann (Düsseldorfer Yachtclub) Segeln. Die Juniorsportler des Jahres: 1. Antonios Andreopoulos (Sportwerk) Taekwondo; 2. Paul Meinert (TV Unterbach) Trampolinturnen; 3. Lennard Janssen (TuS Nord) Skateboard, Omar Temurov (TuS Gerresheim) Boxen