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Leichtathletik-DM: Drei Mal Düsseldorfer Silber

Leichtathletik-DM : Drei Mal Düsseldorfer Silber

Die Bilanz der Landeshauptstadt bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig kann sich sehen lassen. Jessie Maduka, Djamila Böhm und Maximilian Thorwirth sind deutsche Vizemeister in ihren Disziplinen.

Silbern glänzten die deutschen Leichtathletikmeisterschaften 2020 für die Düsseldorfer Vereine. Sowohl ART-Athletin Jessie Maduka (Dreisprung) als auch ihre Klubkameradin Djamila Böhm (400 m Hürden) und der Vertreter des SFD 75, Maximilian Thorwirth (5000 m), sicherten sich in ihren jeweiligen Disziplinen die Vizemeisterschaft und brachten somit drei Silbermedaillen mit in die Landeshauptstadt.

„Ich denke, wir drei haben Düsseldorf sehr ordentlich vertreten“, resümierte Thorwirth. Stimmt, denn es gab eine hundertprozentige Medaillenausbeute, da außer dem Trio kein anderer Leichtathlet aus einem Düsseldorfer Verein für die beiden Meisterschaftstage im Braunschweiger Eintracht-Stadion gemeldet hatte.

Eigentlich hatte Maduka die Hand bereits an der Goldmedaille, doch Maria Purtsa (LAC Erdgas Chemnitz) entriss der 24-Jährige gebürtigen Düsseldorferin mit ihrem letzten Versuch noch den Titel. Maduka hatte sich im vierten Durchgang mit 13,52 Metern die Führung von Purtsa, die im ersten Durchgang 13,42 m erzielt hatte, geholt und im fünften Versuch mit 13,57 m weiter ausgebaut. Der bis dahin weiteste Sprung der Konkurrenz bedeutete für Maduka nicht nur Titelhoffnung, sondern auch neue persönliche Saisonbestleistung. Doch Purtsa konterte mit 13,65 m in ihrem letzten Sprung. „Ich bin nicht so happy darüber. Bei meinem besten Sprung hing vor der Landung der rechte Fuß etwas und berührte den Sand. Sonst wäre es für mich noch etwas weiter gegangen“, analysierte Maduka leicht angesäuert. „Aber sich über Silber bei einer DM zu beschweren, ist Meckern auf hohem Niveau.“

Auch Max Thorwirths Gefühlswelt schwankte hin und her. Im Ziel hatte der gebürtige Düsseldorfer mit seiner Zeit von 14:05,46 Minuten zweieinhalb Sekunden Rückstand auf den neuen Deutschen Meister Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund). Nach 4300 Metern hatte sich Thorwirth von einer Attacke von Florian Orth (LG TF Regensburg) überraschen lassen. Mohumed nicht. „Ich hatte nicht die Beine, die Lücke wieder zuzulaufen. Wenn man eh schon zu kämpfen hat, ist es schwer. Ich habe noch gehofft, dass Mo sein Pulver auf der Zielgeraden verschossen hat, aber das ist nicht passiert. Ich bin froh, dass ich Flo noch einkassiert habe“, gesteht Thorwirth. „Für mich ist die Vizemeisterschaft dennoch ein Schritt nach vorne. Hätte mir das jemand vor zwei, drei Jahren gesagt, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Weil die 5000 Meter bei praller Sonne und 37 Grad gelaufen wurden, bleibt Thorwirth aber mit 13:42,82 min. (gelaufen am 11. Juli) weiterhin die Nummer eins der deutschen Jahresbestenliste.

Djamila Böhm war mit einer Vorleistung von 57,49 sek. über die 400 m Hürden nach Braunschweig gereist und lag damit im nationalen Ranking auf Platz drei. Im Eintracht-Stadion steigerte sie sich auf 56,63 sek. und lief damit als Zweite hinter Carolina Krafzick (VfL Sindelfingen), die 55:89 sek. benötigte, ins Ziel. „Es war sechs Wochen lang sehr schwierig, das Training aufrecht zu erhalten“, verrät Böhm. „Dafür war meine Form sehr gut.“

Alle drei haben bewiesen, dass sie in der nationalen Leichtathletik bei der Titelvergabe ein gewichtiges Wörtchen mitreden können. Jetzt peilen sie die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio an.