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Landesligaaufsteiger SG Unterrath bestreitet den Kampf um den Klassenerhalt mit neun A-Jugendlichen, die neu im Kader sind.

Fußball : Unterrath setzt auf die Jugend

Der Landesliga-Aufsteiger SG Unterrath bestreitet den Kampf um den Klassenerhalt mit neun A-Jugendlichen, die neu im Kader sind. Verzichten muss die SGU fortan mit Carlos Penan auf ihren erfolgreichsten Torjäger aus dem Aufstiegsjahr: In 16 Spielen traf der 30-Jährige 15 Mal. In diesem Sommer wechselte Penan jedoch zurück zu Germania Ratingen in die Oberliga.

Im Nachwuchsbereich sorgt die SG Unterrath schon seit einigen Jahren für Aufsehen: Die U17-Fußballer spielen bereits seit drei Jahren in der Bundesliga. In diesem Jahr gelang nun auch den Senioren der sportliche Coup: Das Team von Trainer Suat Tokat schaffte den letztlich souveränen Aufstieg in die Landesliga – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Überraschend kam dies jedoch keineswegs. Der Sprung in die Landesliga war vor der Saison das erklärte Ziel für Tokat, der das Traineramt bei der SGU neu übernahm.

Dabei sah es anfänglich noch gar nicht nach diesem Erfolg aus. Die Unterrather starteten holprig in die Saison. Nach den ersten drei Spieltagen ohne Sieg und mit zwei Niederlagen stand die SGU auf dem drittletzten Tabellenplatz. „Wir hatten bis zu elf Verletzte und konnten nur mit 13 Mann antreten.“ Und so schnürte aus der Not heraus sogar Tokat, der seine aktive Karriere eigentlich im vergangenen Sommer beendet hatte, noch einmal die Fußballschuhe und agierte als Spielertrainer. So absolvierte er noch insgesamt sechs Spiele in der abgelaufenen Saison im zentralen Mittelfeld. „Das mache ich eigentlich ungerne“, bekennt der 33-Jährige. „Von der Außenlinie kann ich besser eingreifen. Aber es war der Wunsch der Mannschaft.“

Die schlechte Phase konnten die Unterrather jedoch überwinden werden. Und auch die Abläufe griffen immer besser. „Wir hatten im vergangenen Sommer einen großen Umbruch mit vielen Neuen“, gibt Tokat zu bedenken. „Wir sind als Mannschaft aber sehr stark zusammengewachsen und haben keine Grüppchenbildung.“ Mit 55 Punkten aus 23 Spielen und sieben Punkten Vorsprung beendete Unterrath schließlich die abgebrochene Bezirksliga-Saison als souveräner Tabellenführer. Tokat gibt aber auch zu: „Manchmal sind wir noch etwas zu inkonstant.“ So könne seine Mannschaft zwar gegen jeden Gegner gewinnen, jedoch an schlechten Tagen auch gegen jeden verlieren.

Ein festes Spielsystem pflege die SGU nicht. „Wir wollen aber immer das Spiel bestimmen und attraktiven Fußball bieten“, skizziert Tokat seine Philosophie. Hiervon wolle er auch nach dem Aufstieg nicht abrücken: „Wir wollen grundsätzlich jedes Spiel gewinnen.“ Die Landesliga selbst sei jedoch noch weitgehend unbekanntes Terrain, weswegen Tokat die Benennung eines konkreten Saisonziels noch schwerfalle. Die ersten Schritte in der neuen Spielklasse waren schwer: Beim Rather SV setzte es eine am Ende deutliche 1:5-Klatsche. Das spielfreie Wochenende dürfte dem Team nach der harten Landung in der Realität gelegen kommen.

Verzichten muss die SGU fortan mit Carlos Penan auf ihren erfolgreichsten Torjäger aus dem Aufstiegsjahr: In 16 Spielen traf der 30-Jährige 15 Mal. In diesem Sommer wechselte Penan jedoch zurück zu Germania Ratingen in die Oberliga. Zudem haben sich die Unterrather selbst geschwächt: Aufgrund des unrühmlichen Verhaltens im Kreispokalspiel sind mit Kapitän Fatih Duran und Baris Atas zwei Führungsspieler noch drei Pflichtspiele gesperrt. Torhüter Jawad Bouhraou muss noch sieben Pflichtspiele zuschauen und Augusto Menezes-Lohmann wurde für neun Monate und damit die gesamte Saison gesperrt. Die SGU reagierte kurzfristig mit der Verpflichtung von Pascal Königs für das Tor.

Ungeachtet dessen schließt sich bei der SGU derweil der Kreis zur erfolgreichen Nachwuchsarbeit: „Wir setzten stark auf die Jugend“, berichtet Tokat. Mit Luke Beister, Marios und Eleftherios Mpousakis, Antonios Sverkos, Antonio Marinovic, Onurcan Baysal, Amine Feldaoui und Roman Wakily rückten acht Talente aus der eigenen A-Jugend auf sowie mit Maximilian Pryk ein Spieler aus der A-Jugend des KFC Uerdingen. Vom VfR Neuss wurde Amir Alili verpflichtet. In der kommenden Saison wollen die SGU-Senioren nun für ähnlich viel Aufsehen sorgen wie die Junioren und sich ihrerseits dauerhaft in der Landesliga etablieren.