Kehrs starke Nerven retten ART Giants

Basketball : Kehrs starke Nerven retten ART Giants

Der Center verwandelt neun Sekunden vor dem Abpfiff einen Korbleger zum 80:79 (43:43)-Erfolg des Regionalligisten in Recklinghausen. Die Partie ist an Spannung kaum zu überbieten. Die Düsseldorfer festigen ihre Tabellenführung.

Adrenalinschübe sind bei den Basketballern der ART Giants derzeit garantiert. Erneut lieferte der Regionalligist einen heißen Krimi ab. Tatort war dieses Mal die Halle von Citybasket Recklinghausen. Die Partie war an Spannung kaum zu überbieten: Gerade in den Schlussminuten gab es mehrere Führungswechsel. Neun Sekunden vor dem Abpfiff bewies Center Sebastian Kehr Nervenstärke und verwandelte einen Korbleger zum 80:79 (43:43)-Erfolg. Damit festigten die Düsseldorfer ihre Tabellenführung.

An die entscheidende Szene kann sich Kehr bestens erinnern. „Ich bin hoch zum Block gelaufen, DeShaun Cooper war am Ball“ erzählt er. „Da sofort zwei Spieler auf ihn draufgegangen ist, hat er zu Lenny Weichsel gepasst. Dann hat sich mein Gegenspieler von mir gelöst und wollte gegen Lenny verteidigen. Darauf hatten wir spekuliert. Lenny hat mir gepasst und ich konnte scoren.“ Trotz des 78:79-Rückstandes kurz vor Schluss verspürte der 27-Jährige keine Aufregung, keine Angst vor der möglichen ersten Saisonniederlage. „Wir alle waren fest entschlossen. Wichtig war, dass wir ruhig und fokussiert geblieben sind.“

Der Student ist sicher: „Wir glauben an uns. Dieses Selbstvertrauen kommt auch durch die vielen engen Spiele, die wir in den letzten Wochen alle für uns entscheiden konnten.“ Nach seinem Korbleger waren die Gastgeber noch einige Sekunden in Ballbesitz. „Sie sind aber nicht mehr zum Wurf gekommen, da wir uns mit fünf Mann auf den Ball geschmissen haben. Da haben meine Jungs nochmal ihren unbedingten Siegeswillen gezeigt“, freute sich Trainer Jonas Jönke.

Entscheidend war erneut der große Kampfgeist. „Großes Kompliment an Recklinghausen! Das war eine sehr kämpferische Partie, von beiden Seiten. In der Verteidigung hat sich mein Team den Hintern aufgerissen. Ich bin froh und stolz, dass wir diesen harten Kampf, dieses hochemotionale Spiel für uns entschieden haben“, lobte der Coach – auch wenn ihn dieses Spiel seiner Schützlinge wieder einige Haare gekostet hat. „Wenn unsere Partien weiterhin so eng verlaufen, habe ich nach der Saison eine Glatze. Oder die Haare wachsen direkt grau nach“, sagte der 34-Jährige lachend.

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