Lokalsport: Källbergs Sieg schont Bolls Nacken

Lokalsport: Källbergs Sieg schont Bolls Nacken

Bei Borussias deutlichem 3:0-Erfolg gegen Werder Bremen muss Deutschlands Tischtennis-Aushängeschild nur einmal ran. Ein Blick auf Zugang Omar Assar wird den Zuschauern im Arag Center Court verwehrt.

Schön, wenn sich Vorsichtsmaßnahmen auszahlen. Tischtennis-Profi Timo Boll hatte in Borussias Champions-League-Viertelfinalrückspiel gegen UMMC Jekaterinburg sein zweites Einzel wegen Nackenproblemen aufgegeben. Kein Problem, obwohl dadurch die 2:3Niederlage der Borussia feststand. Denn die Düsseldorfer hatten dank Bolls Erfolg im ersten Auftritt bereits die Vorschlussrunde der europäischen Königsklasse erreicht.

Boll wollte eine schwerere Verletzung mit Spiel- und Trainingspausen vermeiden, denn der Weltranglistendritte sollte und wollte keine 48 Stunden später im Spiel der Tischtennis Bundesliga (TTBL) gegen den SV Werder Bremen mitmischen. Und er mischte mit, kräftig sogar. Nach Bolls Auftaktsieg gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Bastian Steger (Weltrangliste/WR 33) war die Richtung für die Borussia vorgegeben. Auch Kristian Karlsson (WR 19) und Anton Källberg (WR 57) wichen von dieser Richtung keinen Millimeter ab, gewannen ihre Matches und zementierten somit das 3:0 über den Tabellenfünften. "Das war super. Eine tolle Mannschaftsleistung. Bremen muss man erst einmal mit 3:0 schlagen", sagte Cheftrainer Danny Heister. "Solche Doppelspieltage mit Champions League und Bundesliga sind ja immer mit viel Anspannung verbunden."

So richtig viel hatte sich der SV Werder am Staufenplatz aber ohnehin nicht ausgerechnet. Deshalb ließen sie auch ihren derzeit besten, Omar Assar (WR 17) zu Hause. Die offizielle Begründung: Assar ist erkältet. Klar ist auch, dass Bremen seinen Ägypter in den kommenden Spielen unter anderem gegen den Tabellensechsten Mühlhausen und den Vierten Ochsenhausen dringend in Bestform braucht, um noch Chancen auf die Play-offs zu haben. So blieb den 1100 Borussia-Fans im Arag Center Court ein Blick auf den Neu-Borussen verwehrt. Assar spielt ab der Saison 2018/19 für den deutschen Rekordmeister aus Düsseldorf.

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Werder-Coach Cristian Tamas schickte neben Steger noch Hunor Szöcs (WR 72) gegen Karlsson und Florent Lambiet (WR 103) gegen Källberg an die Platte. Die Matchergebnisse entsprechen dann letztendlich den Erwartungen nach einem Blick auf die Weltrangliste. Lediglich Boll gab einen Satz ab, alle anderen Durchgänge wurden zur leichten Beute für den überlegen agierenden amtierenden Meister. So konnte Boll auch seinen lädierten Nacken schonen, da er kein zweites Mal ranmusste. "Kristian hat gegen Szöcs sehr gute Rückschläge gemacht. Anton hatte richtig gute Beine", erklärte Heister die Schlüssel zum deutlichen Sieg.

Klar, dass die Düsseldorfer Plastikballkünstler damit ihre souveräne Tabellenführung mit jetzt 24:4 Punkten weiter ausbauten. Das war wichtig, denn jetzt kommt eine Phase, in der viele internationale Aufgaben für die Borussia-Spieler anstehen. Für Heister bleibt nur noch diese Woche zum strukturierten Training.

In der Champions League geht es im Halbfinale (Hinspiel Mitte März, Rückspiel erste April-Woche) in einem deutschen Duell gegen die TTF Ochsenhausen.

(RP)
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