Lokalsport: Judoka Frey zeigt glänzendes Debüt

Lokalsport: Judoka Frey zeigt glänzendes Debüt

Der 21-jährige Düsseldorfer trumpft bei seinem ersten Grand-Slam-Einsatz im Schwergewicht groß auf und wird bester Deutscher in seiner Gewichtsklasse. DJB-Sportdirektor Borchert ist begeistert.

Johannes Frey vom Judoclub 71 hatte die kräftigen Finger getapet. Nicht, weil er verletzt wäre - vielmehr wollte er alles tun, um den Griff an der Jacke des Gegners nicht zu verlieren. Und der 107-Kilo-Hüne hatte beim Judo Grand Slam im ISS Dome meist alles im Griff. Fünfmal stand Frey auf der Matte. Allein das zeigt, dass der 21-Jährige lange im Wettkampf blieb. Frey hatte sich bei seiner internationalen Premiere im Schwergewicht direkt in den Kampf um Bronze vorgearbeitet "Das ist mal ein Einstieg nach Maß", meinte der Sportdirektor des Deutschen Judo Bundes (DJB), Mark Borchert. "Ich habe gehofft, dass er weit nach vorn kommt, aber wie er das geschafft hat, ist eine positive Überraschung."

In der ersten Runde gegen den Belgier Benjamin Harmegnies nutzte Frey seine gute Ausdauer-Leistungsfähigkeit aus und brachte eine kleine Wertung über die vollen vier Minuten Kampfzeit. In Runde zwei überraschte der Düsseldorfer den Ukrainer Oleksandr Gordiienko mit einem explosiven Angriff nach 23 Sekunden. Der Ippon, der volle Punkt und damit das Kampfende waren Frey sicher. "Seine Schnelligkeit ist Johannes' Vorteil. Aber er muss noch ein paar Kilo zulegen", sagte Borchert. "Nicht am Bauch natürlich."

Gegen Takeshi Ojitani aus Japan kassierte Frey in Runde drei seine erste Niederlage bei seinem Heim-Grand-Slam. "Ojitani ist Asienmeister und hat vor zwei Wochen den Grand Slam in Paris gewonnen. Das ist eine echte Granate", urteilte Borchert. Gegen den Japaner haben schon ganz andere verloren, und mit seinen 21 Lenzen gehört Frey ja auch noch zu den Azubis in der Weltklasse.

Dass er jedoch schon jetzt gegen "Granaten" gewinnen kann, zeigte Frey in der ersten Trostrunde. Dort bezwang er den Olympia-Bronzegewinner Sasson Or (Israel). "Damit hat sich Johannes richtig in Szene gesetzt. Es ist nicht nur das Ergebnis allein, es ist auch die Leistung, die dahinter steckt", sagte der Sportdirektor.

Frey blieb aktiv und schnell. Andrey Volkov hingegen taktierte, war vorsichtig. Es hatte sich wohl unter den Schwergewichten herumgesprochen, dass der Düsseldorfer kämpferisch kein Leichtgewicht ist. Damit kam der Russe durch und gewann. Frey kassierte drei Verwarnungen und verlor, ohne eine einzige Wertung gegen sich hinnehmen zu müssen.

Dennoch hat der Düsseldorfer bei seinem globalen Schwergewichtsdebüt überzeugt, ist er doch bester deutscher Judoka in der höchsten Gewichtsklasse geworden. Er ließ die internationale erfahrenen Sven Heinle (SV Fellbach) und Andre Breitbarth (Europa Braunschweig) hinter sich, wie auch schon bei der deutschen Meisterschaft 2018. Die hat Frey gewonnen. Der JC 71 hat damit im noch jungen Jahr 2018 bereits das zweite Zeichen in Richtung nationaler Generationenwechsel im Judo-Schwergewicht gesetzt.

(RP)