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Judo Grand Slam 2018 in Düsseldorf - Johannes Frey: "Ich bin so explosiv wie Dynamit"

Lokalsport : "Ich bin so explosiv wie Dynamit"

Johannes Frey freut sich auf den Judo-Grand-Slam, der am Wochenende im ISS Dome ausgetragen wird.

Ist es Nervosität oder eher positive Anspannung? Der Unterschied ist nicht immer klar auszumachen. Johannes Frey (Judoclub 71/JC 71) ist es eigentlich auch egal, denn die Freude auf den ersten Judo-Grand-Slam auf deutschem Boden, der vom 23. bis 25. Februar im Düsseldorfer ISS Dome ausgetragen wird, überwiegt deutlich. "Der Grand Slam ist mein erster internationaler Einsatz in der Klasse über 100 Kilogramm und dann direkt vor heimischem Publikum. Das ist schon sehr spannend", meint Frey.

Nicht, dass der 21-Jährige noch keine internationale Kampferfahrung hat, im Gegenteil; u.a. gewann er 2016 den Titel des Vizeeuropameisters der Junioren und im letzten Jahr, als das Düsseldorfer Judo-Festival noch ein Grand Prix war, belegte Frey Platz fünf, damals allerdings in der Gewichtsklasse bis 100 Kilo.

"Ich habe zusammen mit meinem Vater, meinem Bruder Karl-Richard und dem Bundestrainer lange überlegt und habe mich dann dazu entschlossen, eine Gewichtsklasse nach oben zu gehen", so Frey lächelnd. "Jetzt muss ich nicht mehr so auf die einzelnen Kalorien achten und kann essen was ich will, sofern es sportgerecht ist."

Bei der Deutschen Meisterschaft im Januar die Frey nicht ganz unerwartet auch gegen die international erfahrenen André Breitbarth (SFV Europa) und Sven Heinle (SV Fellbach) gewann, wog er nur 103 Kilo. Für ein Judo-Schwergewicht ist das extrem leicht. Inzwischen hat sich der JC71er bereits auf 106 Kilo gefuttert. "Alles zusätzlich Muskeln, kein Fett", meint Frey. "Bis zum Ende des Jahres 2018 werde ich 115 Kilo wiegen. Ich bin dann so explosiv wie Dynamit. Ich habe mir vorgenommen. auch künftig immer athletisch auszusehen. Gewicht ist auch in einer nach oben offenen Klasse nicht alles." Gegen die deutlich schwereren Athleten Breitbarth und Heinle hat er das unter Beweis gestellt.

Vor zweieinhalb Jahren kam Frey zum JC71. "Ich bin durch Lukas Krautmacher zum JC 71 Düsseldorf gekommen. Lukas arbeitet beim JC71, ist ein super Trainer und seit vielen Jahren ein guter Freund meines Bruders", erzählt Johannes Frey. Vor Ort, in Düsseldorf, ist Frey allerdings selten. Sein tagtägliches Trainingsprogramm spult er im Judo-Olympiazentrum in Köln oder an der Bundespolizeisportschule in Kienbaum bei Berlin ab. "Ich mache eine Ausbildung bei der Bundespolizei und muss jedes Jahr für vier Monate zur Kompaktausbildung nach Kienbaum. Da geht das Training ebenfalls weiter, denn Ex-Bundestrainer Detlef Ultsch ist für die sportliche Ausbildung der Judokas in Kienbaum verantwortlich", so Frey.

Er hat sein ganzes Leben dem Sport untergeordnet. Sein Ziel ist es, sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo (Japan) zu qualifizieren. Daran wird er auf dem Weg in die Kölner Trainingshalle jeden Tag erinnert, denn ein Plakat für die Spiele in Tokyo hängt bereits am Eingang.

"Diese Erinnerung oder Motivation brauche ich nicht. Ich will bei den Spielen in Tokyo um eine Medaille kämpfen", so Frey. Dafür muss er aber erst einmal an den arrivierten Judoka Heinle und Breitbarth vorbei. Einmal hat es Frey schon geschafft, ob es auf Dauer gelingt, wird sich zeigen.

Zur Beantwortung dieser Frage hat sich der gebürtige Troisdorfer 2018 ein Orientierungsjahr im Schwergewicht verordnet, 2019 will er durchstarten. Vielleicht gelingt es ja schon am Sonntag ein entsprechendes Zeichen an die nationale und internationale Konkurrenz zu senden, denn auch Heinle und Breitbarth sind beim Grand Slam im ISS Dome dabei.

(RP)