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 Joscha Bender ist freischaffender Künstler und Volleyballer des Regionalligisten ART Düsseldorf. Erfolge mit seinem Team inspirieren ihn zu beeindruckenden Karikaturen.

Volleyball : Kunst im Siegesrausch

 Joscha Bender ist freischaffender Künstler und Volleyballer des Regionalligisten ART Düsseldorf. Erfolge mit seinem Team inspirieren ihn zu beeindruckenden Karikaturen.

Mit Joscha Bender ist nicht nur der Erfolg zu den Volleyballern vom ART zurückgekehrt. Auch die Kunst ist bei den Sportlern aus der Regionalliga-West wieder ein Thema, seit der Angreifer und Mittelblocker vor zwei Wochen sein Comeback gefeiert hat. Vor Jahren hatte er mit den Füchsen der SG ARTDüsseldorf/Ratingen einen Höhenflug bis in die 3. Liga erlebt und jedem Sieg mit einer Illustration ein Denkmal gesetzt. Nun nimmt er die Geschichte zur Freude der Fans und Mitspieler wieder auf: Seit zwei Spielen ist Bender wieder dabei. Beide Partien haben die Düsseldorfer Füchse in der Abstiegsrunde gewonnen und sind auf einem guten Weg zum Klassenerhalt. Die Erfolge hat der Künstler entsprechend gewürdigt.

Bender wuchs in Mittelhessen auf, war 2011 zum Studium an der Kunstakademie nach Düsseldorf gekommen und schloss sich bald den Volleyballern des ART an. Bis vor zwei Jahren pritschte und baggerte der inzwischen 31-Jährige für die Füchse. Er erlebte eine erfolgreiche Zeit, in der seine Mannschaft für Furore sorgte und bis in die 3. Liga aufstieg. „Das waren fantastische Jahre“, sagt Bender heute schwärmerisch. Zu seiner Studienzeit begann er damals, sein zeichnerisches Talent zur Illustration der Erfolge zu nutzen. Im Mittelpunkt: Der Fuchs, das Maskottchen des Vereins. Der bläst nach einem Sieg gegen den Post SV Bielefeld ins Posthorn, besteigt nach einer winterlichen Fahrt zu einem Auswärtsspiel den Mount Everest oder sitzt nach einer feststehenden Meisterschaft als Kaiser auf einem Thron. Benders Werke waren eine Attraktion, sowohl für die Mitspieler, als auch für die Anhänger, die damals in großer Zahl zu den Spielen kamen. Die Bilder waren so begehrt, dass die Mannschaft sie bei einer spaßigen Auktion zu Gunsten der Volleyballabteilung unter die Anhänger brachte.Vor zwei Jahren legte Bender dann wegen Corona eine Pause ein. „Ich wollte in der Zeit der Pandemie kein Volleyball spielen“, sagt er. Etwas zur gleichen Zeit beendete er erfolgreich sein Studium der Bildhauerei und machte sich als Steinmetz selbstständig. Auf der Suche nach einem günstigen und ebenerdigen Atelier landete er schließlich in Mönchengladbach. Das ist nicht ganz so nah an Düsseldorf, wie er sich das gewünscht hatte. Die Fahrten zum Training in die Landeshauptstadt drei- bis viermal die Woche nahmen viel Zeit in Anspruch. „Als ich mich zu der Volleyballpause entschlossen hatte, war ich eine Weile lang tatsächlich froh über die gewonnene Zeit, auch wenn es mir immer in den Fingern gekribbelt hat.“ Zuletzt hielt er es nicht mehr aus. „Ich brauche auch den Sport. Für die körperliche Arbeit als Steinmetz ist er für meine körperliche Fitness gut.“ Und so kehrte er zu seinem Lieblingssport und seinen ehemaligen Teamkameraden zurück. Das sind zwar nach dem Umbruch im Team nicht mehr allzu viele, doch sie nahmen ihn jubelnd in Empfang.

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Bender ist begeistert von seiner Mannschaft, die aktuell in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt kämpft. „Die Truppe ist ein Traum“, sagt er. Kein Wunder, dass mit so viel mannschaftlicher Geschlossenheit beide Spiele in der Relegation um den Klassenerhalt gewonnen wurden. „Jedes Spiel ist Kampf und körperlich herausfordernd. Die Teams wollen die Liga halten und kämpfen um jeden Ball. Da geht es nicht um Schönspielerei, sondern ausschließlich um die Punkte.“ Bender, der von seiner Physis und Routine lebt („ich bin alles andere als ein Techniker und Volleyball-Ästhet“), passt da prima hinein. Nach dem 3:2-Sieg gegen Bonn (nach 0:2-Rückstand und vier abgewehrten Matchbällen) zauberte er den Fuchs als „Phönix aus der Asche“ auf ein Blatt Papier. Und das 3:2 gegen Köln (nach 1:2-Satzrückstand) inspirierte ihn zu dem Werk „die knallharten Füchse“.

Ob er der Mannschaft über die Saison hinaus erhalten bleibt? Die Frage lässt er offen und blickt lieber auf das anstehende Auswärtsspiel am Sonntag (17 Uhr) bei Düren II. Und auf ein mögliches Lieblingsmotiv seines vermutlich letzten Bildes in dieser Saison: Der Fuchs auf der Sonnenliege mit einem Cocktail in der Hand. Den gibt es dann, wenn der Klassenerhalt sicher ist.