Lokalsport: Jeder Fehler der Turu wird bestraft

Lokalsport: Jeder Fehler der Turu wird bestraft

Der Fußball-Oberligist hadert nach der 1:4-Pleite gegen den VfR Krefeld-Fischeln mit dem Schiedsrichter, übt sich aber auch in Selbstkritik. Nach dem zweiten Gegentreffer fallen die Oberbilker in sich zusammen.

Die Stadionregie bewies schon in der Halbzeitpause hellseherische Fähigkeiten, als alles noch gar nicht so schlimm aussah. "The Sound of Silence" hallte durch die Lautsprecher des Stadions an der Feuerbachstraße, obwohl für den Fußball-Oberligisten Turu vor heimischem Publikum zu diesem Zeitpunkt noch nicht aller Tage Abend war. Mit lediglich einem Tor lagen die Oberbilker gegen den VfR Krefeld-Fischeln hinten, ein durchaus noch einholbarer Rückstand.

Weitaus besser hätten die Klänge der Stille von "Simon & Garfunkel" nach dem Schlusspfiff gepasst. In roten Lettern prangte eine 1:4-Niederlage auf der Anzeigetafel - und entsprechend getrübt war die Stimmung. "Fußball kann ganz brutal sein", klagte Trainer Samir Sisic berechtigterweise. "Wir bezahlen derzeit jeden kleinen Fehler sehr teuer und bestrafen umgekehrt die Fehler unserer Gegner nicht."

Und wenn sich dazu auch noch ein schier unfassbares Pech gesellt, sieht es nun einmal sehr düster aus. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass der erste Gegentreffer ausgerechnet dann fiel, als Juil Kim nach einem üblen Foul lange außerhalb des Spielfeldes behandelt werden musste und die Turu dadurch notgedrungen in Unterzahl agierte. "Und dann muss es auch noch einen Elfmeter für uns geben", schimpfte Coach Sisic.

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Die Pfeife von Schiedsrichter Hendrik Heuvens blieb jedoch stumm und ertönte erst wieder, um die erste Spielhälfte zu beenden. "Nach zwei Minuten", sagte Sisic entnervt, "dabei hätte es nach den Verletzungsunterbrechungen eigentlich mindestens vier Minuten oben drauf geben müssen."

Doch alles Hadern half nichts, die Turu stand unter Zugzwang und hatte für den zweiten Teil der Partie einen aussichtsreichen Plan geschmiedet. "Wir wollten geduldig und konzentriert agieren und hinten immer in Überzahl verteidigen", erklärte der Coach. Allerdings scheiterte dieses Vorhaben an einer zu sorglosen Umsetzung - besonders bezogen auf den letzten Part. Denn nach einem Befreiungsschlag tief aus der Fischelner Defensive heraus fand sich Turu-Verteidiger Anil Ozan plötzlich völlig alleine im Zweikampf mit Dominik Oehlers wieder, verlor diesen und konnte nur noch tatenlos mitansehen, wie der treffsichere Angreifer das zweite Tor der Gäste aus Krefeld erfolgreich nachlegte.

Anschließend war die Partie gelaufen. "Unsere Moral ist zerfallen", resümierte Sisic. Und so herrschte am Ende des Tages die Stille vor. Jene Stille, die bereits in der Halbzeit angedeutet worden war.

(RP)