Isaac Kang sorgt mit seiner Leistung für den Landesligisten MSV für Furore

Fußball : Von Brasilien nach Oberbilk

Der Südkoreaner Isaac Kang sorgt mit seiner Leistung für den Landesligisten MSV für Furore. Vorher spielte er in Curitiba.

Er ist aktuell der Spieler der Stunde beim MSV Düsseldorf: Mit drei Toren in den vergangenen beiden Spielen trug Isaac Kang maßgeblich dazu bei, dass der Fußball-Landesligist auf dem Weg zum Klassenerhalt vier weitere Zähler einsammeln konnte. Beim 3:0 bei den Sportfreunden Hamborn erzielte der Südkoreaner die ersten beiden Tore, beim 1:1 gegen Rellinghausen rettete er mit seinem Ausgleichstreffer in der Schlussphase noch das Unentschieden. Insgesamt sind in dieser Spielzeit in 15 Einsätzen bereits sieben Treffer für den Sdkoreaner Kang notiert.

Die Formkurve zeigt damit in seinem zweiten Jahr beim MSV klar nach oben. In der vergangenen Saison erzielte Kang drei Tore in 17 Spielen. Unter dem neuen Trainer Deniz Aktag und nach der ersten Phase der Akklimatisierung in Deutschland blüht der zentrale Offensivspieler nun auf.

Kang, gerade mal 21 Jahre alt, kann bereits eine vielfältige Karriere aufweisen. Vor dem Wechsel nach Düsseldorf spielte er drei Jahre im brasilianischen Curitiba. „Die brasilianische Art des Fußballs ist schon deutlich anders“, berichtet der Weltenbummler. Umstellen musste sich der Mittelfeldspieler nach seinem Wechsel nach Deutschland auch körperlich: „Die deutschen Spieler sind robuster.“ Das bestätigt auch sein Trainer Deniz Aktag: „Der Junge muss viel einstecken, es gibt viele böse Fouls gegen ihn.“

Doch davon lässt sich Kang nicht abschrecken, zieht unbeeindruckt die Fäden im Offensivspiel seines Teams und ist auch taktisch variabel einsetzbar. „Von der Sechs bis zur Zehn kann man mit ihm drei verschiedene Systeme spielen, die er alle hervorragend umsetzt“, sagt sein Coach, der seinen Schützling so charakterisiert: „Er ist ein sehr vorbildlicher Spieler, der sich auch im Training in die Zweikämpfe wirft. Er sucht den Abschluss und die tödlichen Pässe.“ Neben dem Platz sei er sehr bodenständig.

Aktag traut seinem ­Spielgestalter noch einiges zu: „Er muss den ­nächsten Schritt in der ­Oberliga ­suchen. Wenn er dort in Fahrt kommt, könnte man ihm nach ein oder zwei Jahren auch die ­Regionalliga ­zutrauen.“ Bis ­dahin muss Kang ­jedoch noch die ­körperlichen ­Defizite ­etwas ­ausgleichen. Ein Punkt, an dem er bereits akribisch ­arbeitet. ­Sobald er abends das koreanische Restaurant verlässt, in dem er ­arbeitet, schnappt er sich die Sporttasche und schiebt Sonderschichten im Fitnessstudio, wenn er nicht gerade mit dem MSV trainiert.

Unterstützt wird Kang in Deutschland insbesondere durch seinen Bruder, mit dem er zusammenlebt und der ein wenig das Heimweh lindert: „Ich vermisse mein Land, das Essen, die Familie und meine Freunde.“ Demnächst wolle er seine Deutschkenntnisse weiter ausbauen, um sich noch besser zurechtfinden zu können.

Am Sonntag muss der MSV jedoch auf seinen quirligen Offensivspieler verzichten. Bei der SpVgg. Steele fehlt Kang aufgrund seiner fünften gelben Karte. Der Anstoß beim Tabellen-Vorletzten erfolgt um 15:15 Uhr. Der Rather SV muss derweil am Sonntag (15:30 Uhr) beim ESC Rellinghausen antreten.