Interview ART : „Mit dem Aufstieg haben wir etwas Besonderes erreicht“

Gerrit Kersten-Thiele, Sportvorstand der SG ART Giants, hofft, dass die Basketballer auch in der Pro B weiter in der Halle am Comenius-Gymnasium spielen dürfen.

(cle) Ausgiebig haben die Basketballer der SG ART Giants nach dem Heimsieg über Salzkotten die Meisterschaft in der 1. Regionalliga und den Aufstieg in die Pro B gefeiert. Unsere Mitarbeiterin Christine Leska-Ottensmann sprach mit Gerrit Kersten-Thiele, Sportvorstand der SG ART Giants, über den Triumph, die anstehenden Vertragsgespräche und die Anforderungen in der neuen Liga.

RP: Herzlichen Glückwünsch zu diesem großartigen Erfolg! Haben Sie vor Saisonbeginn damit gerechnet?

Gerrit Kersten-Thiele Gerechnet haben wir damit nicht. Aber wir haben uns die Meisterschaft zum Ziel gesetzt und von Beginn an auf die Chance hingearbeitet, den Titel aus eigener Kraft zu holen.

Was bedeutet dieser Erfolg für den Verein und für die Stadt?

Kersten-Thiele Nach dem Zusammenschluss der Basketballabteilungen des ART und der Giants haben wir mit dem Aufstieg etwas Besonderes in der Sportstadt Düsseldorf erreicht. Die Vereine sind zusammengewachsen. Das Interesse an Basketball ist enorm gestiegen, immer mehr Kinder und Familien kommen in die Halle. Das gibt uns die Möglichkeit, noch mehr im Jugendbereich, aber auch an einem noch professionelleren Set-Up zu arbeiten.

  • Auf dem Sprung: DeShaun Cooper (links)
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Baumeister des Erfolges sind Jonas Jönke und sein Co-Trainer Gabriel Strack. Wie haben Sie die Arbeit dieses Duos erlebt?

Kersten-Thiele Die beiden haben sehr akribisch jede einzelne Partie vor- und nachbereitet. Sie haben immer von Spiel zu Spiel gedacht. Sie waren von Saisonanfang bis Saisonende sehr konzentriert und haben viel Zeit und Herzblut in ihre Aufgabe gesteckt.

Die Vertragsverlängerung mit den beiden Trainern ist doch dann nur noch Formsache, oder?

Kersten-Thiele Wir reden mit beiden und wollen auch mit beiden weiterarbeiten. Wenn ich sehe, wieviel Freude sie bei der Meisterfeier hatten, habe ich den Eindruck, dass auch sie großes Interesse an einer Fortsetzung haben.

Gab es mit den Spielern bereits Gespräche über Vertragsverlängerungen?

Kersten-Thiele Um Unruhe zu vermeiden, wollten wir die Gespräche erst aufnehmen, wenn der Aufstieg in trockenen Tüchern ist. Daher starten wir erst in dieser Woche mit den ersten Einzelgesprächen. Wir haben ein großes Interesse an Kontinuität und möchten den Kern zusammenhalten.

Dazu gehört auch Kapitän Mindaugas Reminas. Er hat bei der Meisterfeier verraten, dass er seine beiden kleinen Kinder in Litauen sehr vermisst und es sehr hart ist, so lange von ihnen getrennt zu sein.

Kersten-Thiele Auch mit Minde werden wir reden. Er hat einen ganz wichtigen Anteil an der Meisterschaft. Er hat das Team zusammengehalten an Stellen, an denen es schwierig war. Er ist ein absoluter Profi, auf und abseits des Feldes.

Dennoch wird sich das Gesicht der Mannschaft ein wenig verändern.

Kersten-Thiele Vorab: Wir glauben an das Team, das wir jetzt haben. Es ist ein Luxusproblem, die Zusammenstellung des Kaders zu verbessern. Allerdings müssen wir uns wegen der Local-Player-Regelung (Anm. der Redaktion: In der 1. Regionalliga müssen zwei, in der Pro B immer drei „Local Player“ gleichzeitig auf dem Feld stehen.) sicherlich Gedanken machen. Dafür müssen wir uns aber nicht mit deutschen Profis verstärken. Wir haben ein ehrliches Interesse daran, mit jungen Talenten zu arbeiten.

Was ändert sich in der Pro B noch für die ART Giants? Muss ein Umzug in eine größere Halle erfolgen?

Kersten-Thiele Unser Etat muss natürlich steigen, daran arbeiten wir kontinuierlich. Die Sporthalle am Comenius-Gymnasium erfüllt nach aktuellem Stand leider nicht die Anforderungen der Pro B. Da geht es unter anderem um Hallengröße oder Anzeigentafeln. Wir möchten aber gerne dort weiterspielen. Dort sind die Fans nah dran am Geschehen, die Stimmung ist toll. Es macht den Jungs Spaß, vor einer vollen Halle zu spielen. Die Stadt möchte uns unterstützen und will uns helfen, dass wir auch in der Pro B am Comenius-Gymnasiums antreten können. Dafür sind wir sehr dankbar.

Wie sind die Zielsetzungen für die neue Saison?

Kersten-Thiele Wir wollen eine Mannschaft haben, an der die Zuschauer Spaß haben und die auf dem Feld alles gibt. Wir wollen in der Spielklasse mitmischen und natürlich die Liga halten. Insgesamt wollen wir uns auf gesunde Beine stellen, weiterhin nachhaltig und perspektivisch arbeiten sowie den Verein und unser Nachwuchsprogramm weiter ausbauen.