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Handball: HSG: Puhle weg, folgt Stephan?

Handball : HSG: Puhle weg, folgt Stephan?

Daniel Stephan hatte gestern keinen ruhigen Tag. Andauernd klingelte beim Sportdirektor der HSG das Telefon. Der Grund war, dass sich die Gerüchte wohl bewahrheiten und der ehemalige Welthandballer den Zweitligisten spätestens am Ende der Saison verlassen wird.

Der 37-Jährige ging freilich nicht ans Telefon. Stattdessen wird es heute in einem Restaurant in der Altstadt eine persönliche Erklärung geben. Sie wird wohl das Wort "Abschied" enthalten.

Dabei hatte Manager und Präsident Frank Flatten im Exklusiv-Interview mit der RP noch gehofft, dass der vor der Saison als Galionsfigur verpflichtete Stephan neuen Glanz in die verstaubte Handball-Hütte bringen könne. "Wichtig ist ihm die Perspektive", betonte Flatten. Doch die sieht Stephan für sich persönlich in der Bundesliga — und an den Aufstieg scheint er bei drei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze und den Relegationsplatz nicht mehr zu glauben.

Einer, dem die Zukunft der Mannschaft derzeit ebenfalls zu unsicher ist, hat bereits vorgesorgt. Torhüter Matthias Puhle, der seinen Abschied schon vor einigen Wochen angekündigt hatte, wird defintiv zum HBW Balingen-Weilstetten in die Bundesliga wechseln. "Ich will ein konstant hohes Level spielen und der Mannschaft damit helfen, das schnelle Spiel des HBW aufzuziehen", sagt der 25-Jährige. "Auch für meine persönliche Entwicklung ist es gut, wenn ich aus der Umgebung hier einmal rauskomme." Seine komplette Jugend spielte er für den OSC Rheinhausen, seit fünf Jahren für die HSG. "Obwohl ich mich verabschiede, möchte ich den Aufstieg aber noch schaffen", sagt er. "Dann habe ich wenigstens einen Grund, mich mindestens einmal pro Jahr in der Heimat blicken zu lassen."

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Durch die bevorstehenden Trennungen wird jedoch immer deutlicher, dass der HSG das Geld fehlt, um in den kommenden Jahren eine Bundesliga-Mannschaft zu formen. Frank Flatten verweist zwar darauf, dass Führungsspieler wie Daniel Brack, Michael Hegemann und Jan Henrik Behrends zwar Verträge über die Saison hinaus haben. "Aber wenn wir uns aus finanziellen Gründen von teuren Spielern trennen müssten, dann würden wir eben ein Team aus jungen Düsseldorfern aufbauen", sagt Flatten. Was aber bedeuten würde, dass sich die HSG ab dem Sommer nur noch Zweitliga-Mittelmaß gönnen kann.

(RP)