Handball : HSG - Ende eines Traums

Zum dritten Mal nach 1990 und 1996 sind die Düsseldorfer Handballer in die Zweite Liga abgestiegen. Ein Großteil der Mannschaft will zusammenbleiben und den direkten Wiederaufstieg schaffen.

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p class="text">Nils Lehmann blickt ins Leere. Um ihn herum jubeln die Anhänger des VfL Gummersbach. Der Handball-Verein aus dem Bergischen hat in der Köln-Arena den Einzug in die Champions League geschafft. Im letzten Saisonspiel. Überall liegen Luftballons in Weiß und Blau herum - den Farben des VfL. Es ist laut. Es ist eigentlich kein Platz für Trauer. Doch Lehmann, der Spielertrainer der HSG, bleibt auf der Bank sitzen. Er hat mit seinem Klub mit 29:37 verloren. Düsseldorf ist damit in die Zweite Liga abgestiegen. "Das ist eine bittere Erfahrung, aber wir sind hingefallen und werden wieder aufstehen", sagt der 38-Jährige. "Ich hoffe, dass ich weiter mit dabei bin."

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p class="text">Die Personalie Lehmann wird heute entschieden. Am Nachmittag will die HSG über ihre Pläne für die Zukunft berichten. Fest steht bislang lediglich, dass es mit professionellem Handball in Düsseldorf weitergeht. Doch noch ist völlig unklar, woher die Unterstützung für das ambitionierte Projekt direkter Wiederaufstieg kommen soll. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer noch einen Plan B in der Tasche habe", orakelt Manager Frank Flatten. "Am Ende sind wir nur an einem Tor gescheitert. Hätten wir gegen Wetzlar gewonnen, dann würden wir auch weiterhin in der Bundesliga spielen." So also müssen die Rheinländer zum dritten Mal nach 1990 und 1996 den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

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p class="text">Jens Sieberger ist seit 2003 bei der HSG. Er war beim letzten Aufstieg in die Bundesliga dabei, er will jetzt auch in der Zweiten Liga in Düsseldorf bleiben. "Für ein paar Euro mehr wechsle ich nicht woandershin", sagt er. "Wir müssen jetzt gemeinsam versuchen, den Handball in Düsseldorf wieder nach oben zu bringen. Das sind wir dem Klub, das sind wir unseren Fans schuldig."

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p class="text">Philipp Pöter sucht Trost bei seiner Freundin Nina. Pöter ist mit 21 Jahren einer der jüngsten in Reihen der HSG. Ausgerechnet er war mit elf Treffern gegen Gummersbach der beste Schütze. Die Routiniers blieben mal wieder blass. Keine Rede von Björn Navarin, der die meiste Zeit der Begegnung auf der Auswechselbank saß. Keine Rede von Alexandros Vasilakis, der seit Wochen nur Minimaleinsatz präsentierte. Keine Rede von Max Ramota, der irgendwie mal wieder verletzt war. Keine Rede von Kapitän Jörg Schürmann, der in der Defensivabteilung der HSG schon lange keine Rolle mehr spielt.

"In der Kabine haben viele geweint. Es ist natürlich eine schreckliche Situation. Es macht doch jetzt aber überhaupt keinen Sinn, wenn wir uns gegenseitig in die Pfanne hauen", sagt Pöter. "Wir haben als Mannschaft unser Ziel nicht erreicht. Vielleicht hätten einige noch etwas mehr Einsatz zeigen können. Aber das ist doch jetzt alles egal. Wir müssen uns eben neue Ziele stecken."

(RP)