Prominenter Familienbesuch in der Fußball-Oberliga : Hochsprung-Europameister erlebt Turu-Sieg

Mateusz Przybylko ist zu Gast beim 3:2-Erfolg der Oberliga-Fußballer aus Oberbilk, für die sein Bruder Jacub kickt.

Mateusz Przybylko kam fast unbemerkt ins Turu-Stadion an der Feuerbachstraße. Wenn er nicht mit seiner Größe von fast zwei Metern die meisten anderen Besucher des Oberliga-Meisterschaftspiels gegen den 1. FC Kleve um Haupteslänge überragt hätte, wäre der frischgebackene Europameister im Hochsprung wahrscheinlich nicht erkannt worden. Zurückhaltend und bescheiden war das Aussehen und Auftreten des Stars. Zur Jeans trug er eine unscheinbare Jacke.

Freundlichkeit und Bescheidenheit ließen nicht im Geringsten erahnen, dass sich der beste Hochspringer Europas unter die Zuschauer gemischt hatte. Als es sich dann doch herumgesprochen hatte, wer da unter den 250 Besuchern war, gab der 26-Jährige so oft und so lange den Wünschen der Fans nach Selfies mit ihm nach, dass er fast den Anstoß der Fußball-Partie verpasst hätte.

Speziell wegen seines ein Jahr jüngeren und fast ebenso großen Bruders Jacub, der bei Turu im Angriff spielt, war er nämlich nach Düsseldorf gekommen. „Mein Bruder und meine ganze Familie haben mich am Samstag in Berlin unterstützt. Jetzt will ich hier das Gleiche für meinen Bruder Jacub tun“, erklärte er unter dem Beifall der Zuschauer. Tatsächlich war Jacub Przybylko am Samstag, dem Tag des Hochsprung-Finales, um acht Uhr nach Berlin geflogen und hatte sich dort im Stadion mit Mutter Violetta (ehemalige Leichtathletin) und Vater Mariusz (früher auch Fußballer) getroffen. „Insgesamt waren wir mit 15 Verwandten und Freunden meines Bruders auf der Tribüne. Gefehlt hat nur mein Zwillingsbruder Kacper, der als Profi Fußball spielt. Der musste zum Probetraining nach England zum FC Sunderland, hat aber dann am Fernseher mitgefiebert“, beschreibt Turus Spieler den großen Tag der ganzen Familie Przybylko.

Obwohl es wegen der Feiern nach dem 2,35-Meter-Sprung des Bruders („Meine Bestleistung im Hochsprung liegt bei 1,80 Meter“, so Turus Spieler) nur wenig Schlaf gab, war es selbstverständlich für Jacub, dass er am Sonntag wieder zurückflog und pünktlich zum Anpfiff der Begegnung seiner Turu beim FSV Duisburg an Ort und Stelle war. Mit einem Treffer hatte er maßgeblichen Anteil beim 2:1-Sieg seiner Elf.

„Tore meines Bruders und einen Erfolg der Turu“, hieß dann auch der Wunsch des Goldmedaillen-Gewinners vor der Partie gegen Kleve. Mit den Toren seines Bruders wurde es dieses Mal allerdings nichts. Die Punkte behielt das Team von Trainer Samir Sicic aber mit einem 3:2-Sieg in Düsseldorf und zählt damit zu den vier Mannschaften in der Liga, die nach dem zweiten Spieltag noch ohne Verlustpunkt sind. Das dürfte für die schwere Auswärtspartie am Sonntag beim Meisterschaftsfavoriten SSVg Velbert genügend Selbstvertrauen geben.

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